Die Idee einer sechsjährigen Volksschule nimmt Fahrt auf. Mehr als 40 Schulen in ganz Österreich haben Interesse an einem entsprechenden Schulversuch bekundet, darunter erfreulicherweise auch fünf Schulen aus Tirol. Besonders freut mich, dass mit der Praxis Volksschule der Pädagogischen Hochschule Tirol auch eine Schule auf Innsbrucker Stadtgebiet Interesse bekundet.
Erst vor wenigen Wochen habe ich im Innsbrucker Gemeinderat einen dringenden Antrag eingebracht, damit sich unsere Stadt in einem ersten Schritt für die Bewerbung als Standort interessiert zeigt. Leider fand sich keine Mehrheit für eine raschere Behandlung des Themas und so wird ohne jegliche Diskussion die Frist für die Interessensbekundung verstreichen. So kann man natürlich auch Politik betreiben.
Umso erfreulicher ist es, dass es unabhängig davon bereits konkrete Initiativen gibt. Ich hoffe sehr, dass Innsbruck tatsächlich zu den ausgewählten Pilotstandorten zählen wird. Gerade zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr entwickeln sich Kinder sehr unterschiedlich. Zwei zusätzliche Jahre gemeinsamen Lernens könnten ihnen mehr Zeit geben, ihre Stärken und Begabungen zu entdecken, bevor wichtige Entscheidungen über den weiteren Bildungsweg getroffen werden müssen. Natürlich sind noch viele pädagogische, organisatorische und räumliche Fragen zu klären. Genau dafür sind Schulversuche aber da: um Erfahrungen zu sammeln, neue Wege zu erproben und daraus zu lernen.
Ich bleibe jedenfalls überzeugt: Bildung braucht Offenheit, Mut und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Unsere Kinder sollten uns diesen Versuch wert sein.
GRin Mag.a Christine Oppitz-Plörer
Klubobfrau-Stellvertreterin Das Neue Innsbruck
Beitrag in der TT vom 22. Oktober (Seite 4)

Zum Nachlesen – mein bisheriger Beitrag zum Thema: