Während für viele eigene Projekte die städtische Geldtasche locker sitzt, bleibt sie für eine österreichische Solidaritätsaktion verschlossen. 

Ein im Stadtsenat von Stadtrat Mag. Markus Stoll eingebrachter Vorschlag für die Spende von 150.000 Euro für die Hochwasseropfer von Niederösterreich wurde totgeschwiegen. Der Antrag wurde daher im Gemeinderat eingebracht, wo dieser einstimmig dem Stadtsenat zur selbständigen Erledigung zugewiesen wurde. Vielleicht sollte es aber auch zur „selbständigen Beerdigung“ heißen, wie die Diskussion zeigte.

„Mehrheiten sind zu akzeptieren, auch wenn dieses Verhalten der Caprese schon sehr speziell ist. Für Büroumbauten und eigene Projekte sitzt die städtische Geldtasche locker. Für einen verhältnismäßig kleinen Beitrag an die vom Hochwasser betroffenen Menschen in Niederösterreich findet sich aber keine Solidarität mehr, während das früher absolut üblich war. Wir erinnern uns alle sehr genau, wie schnell Geld für Hilfsgüter in die Türkei beschlossen wurden“, Das Neue Innsbruck Stadtrat Mag. Markus Stoll.

Verhalten ist feige und zum Schämen

„Unabhängig davon, ob ich eine Entscheidung für richtig oder falsch erachte, ist eine Mehrheit natürlich zu akzeptieren. Warum man diese offenbar schon lang gefasste Meinung nicht im Gemeinderat dargelegt hat, ist wohl nur mit einer gewissen Feigheit gegenüber der Öffentlichkeit zu begründen. Es ist zum Schämen“, so Stoll. 

Caprese privatisiert Engagement

„Mir wurde der Vorschlag unterbreitet, dass ich zu Spenden aufrufen soll und der Stadtsenat das befürwortet. Ich bin gespannt, ob das der neue Zugang zum Budget wird. Die Bürger machen alles selbst und die Caprese applaudiert fleißig. Diese politische Show auf dem Rücken vieler Menschen die jetzt in den kalten Monaten vor dem Nichts stehen macht traurig und fassungslos zugleich. Ich bedanke mich bei allen Innsbruckerinnen und Innsbruckern, die auch ohne Stadt Innsbruck schon einen Spendenbeitrag geleistet haben“, schließt Stoll.