Vom Testspace in Raketengeschwindigkeit zum Rohrkrepierer. Stadt zahlt seit über eineinhalb Jahren Miete für ein leerstehendes Geschäftslokal.

Mit großem medialem Aufwand präsentierte die Stadtregierung aus SPÖ, Grünen und JA – allen voran Mayr/Willi/Anzengruber – den Viaduktbogen 40 als innovativen „Testspace“ für Start-ups. Tatsächlich wurde das Projekt zunächst im kleinen Kreis vorbereitet und erst durch den Druck der Opposition – insbesondere durch das Minderheitenvotum von Stadtrat Mag. Markus Stoll gemeinsam mit der FPÖ – überhaupt öffentlich im Gemeinderat behandelt. Mehr Transparenz musste somit erst erzwungen werden. Das ist mittlerweile eineinhalb Jahre her. Seither zahlt die Stadtregierung aus SPÖ, Grünen und JA Miete für einen Raum, der bis heute leer steht. Auch die Rolle des Grünen Gemeinderates Alexander Auer wirft dabei Fragen auf.

Seit Monaten Miete für ein leeres Lokal

„Was Bürgermeister Johannes Anzengruber, Wirtschaftsstadträtin Mariella Lutz und die Stadtregierung als Leuchtturmprojekt verkauft haben, entwickelt sich immer mehr zum Sinnbild einer Politik der großen Ankündigungen und ausbleibenden Ergebnisse. Seit Anfang 2025 bezahlt die Stadt Miete für den Viaduktbogen – trotzdem steht das Objekt bis heute leer. Für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ist das schlicht nicht nachvollziehbar“, kritisiert Stadtrat Mag. Markus Stoll.

Anfrage im Gemeinderat eingebracht

Das Neue Innsbruck hat deshalb eine Gemeinderatsanfrage eingebracht. Darin wird unter anderem Aufklärung über die bisherigen Miet- und Projektkosten, die Anzahl der eingelangten Bewerbungen, den Stand der Vergabe sowie die Gründe verlangt, weshalb trotz abgeschlossener Sanierung bis heute keine Nutzung zustande gekommen ist.

„Dass die Stadtregierung den Open Call bereits zum zweiten Mal verlängern muss, ist keine Erfolgsmeldung, sondern ein deutliches Eingeständnis, dass das Projekt in der bisherigen Form nicht funktioniert. Anstatt weitere Marketingkampagnen zu starten, sollten Bürgermeister Anzengruber und Wirtschaftsstadträtin Lutz endlich offenlegen, wie viel Steuergeld dieses Experiment bereits verschlungen hat und weshalb nach mehr als eineinhalb Jahren Mietzahlungen noch immer kein einziges Start-up eingezogen ist“, so Stoll.

Rolle des Grünen Gemeinderates wirft Fragen auf

Für Unverständnis sorgt auch die Kommunikation der Stadtregierung. In der offiziellen Aussendung wird ausgerechnet der Grüne Gemeinderat Alexander Auer als zentraler Ansprechpartner und Befürworter des Projekts präsentiert. Ob als Unternehmer oder Gemeinderat ist nicht nachvollziehbar. Diese Befangenheit wurde schon in der Vergangenheit thematisiert.

„Warum ein Gemeinderat in einer offiziellen Aussendung der Stadtregierung derart prominent hervorgehoben wird, erschließt sich nicht. Gerade bei Gemeinderat Auer, dessen Doppelfunktion im Startup-Bereich und als Mandatar Fragen aufwirft, wäre besondere Sensibilität angebracht. Hier wäre eine klare Trennung der Rollen und deutlich mehr Zurückhaltung notwendig gewesen“, erklärt Stoll.

Volle Transparenz statt weiterer PR

„Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, wie viel Steuergeld dieses Projekt bereits gekostet hat, wie hoch die laufenden Mietzahlungen seit Anfang 2025 sind, wie viele Bewerbungen tatsächlich eingelangt sind und warum das Lokal trotz aller Ankündigungen und Investitionen bis heute leer steht. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurden wohl schon rund 300.000 Euro Steuergeld in den Sand gesetzt.“, so Stoll.

Stadtregierung muss liefern

„Gute Ideen verdienen Unterstützung. Was sie aber ebenso verdienen, ist eine professionelle Umsetzung. Die Stadtregierung aus SPÖ, Grünen und JA muss sich daran messen lassen, ob aus groß angekündigten Projekten am Ende auch Ergebnisse entstehen. Beim Viaduktbogen 40 bleibt sie diesen Nachweis bis heute schuldig“, schließt Stoll.