Tourismus ist mehr als Gästewerbung – Stadtregierung streicht Referat als wichtige Schnittstelle aus der Verwaltung

Innsbruck bezeichnet sich gerne als Tourismusstadt. Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschafts- und Standortfaktor und eng mit Stadtentwicklung, Mobilität, Veranstaltungen und Lebensqualität verbunden. Umso unverständlicher ist, dass er in den neuen Organisationsentwürfen der Stadtverwaltung nicht einmal mehr namentlich aufscheinen soll. Einen Abänderungsantrag von Stadtrat Mag. Markus Stoll, den Bereich „Tourismus“ wieder ausdrücklich in der Magistratsorganisation zu verankern, lehnte die Stadtregierung aus SPÖ, Grünen und JA ab.

„Tourismuspolitik ist weit mehr als Gästewerbung und die Vertretung touristischer Betriebe. Tourismus beeinflusst die Entwicklung unserer Stadt und das tägliche Leben der Innsbruckerinnen und Innsbrucker. Genau deshalb braucht es innerhalb der Stadt eine Stelle, die das große Ganze im Blick hat und unterschiedliche Interessen zusammenführt. Diese wichtige Schnittstelle aus der Verwaltungsorganisation zu streichen, ist für eine Tourismusstadt wie Innsbruck schlicht nicht nachvollziehbar“, kritisiert Stadtrat Mag. Markus Stoll.

Die Stadt muss das große Ganze im Blick haben

Tourismusverband und Wirtschaftskammer leisten wichtige Arbeit und vertreten dabei naturgemäß die Interessen ihrer Mitglieder und der Tourismuswirtschaft. Die Aufgabe der Stadt geht jedoch wesentlich weiter. Sie muss touristische Interessen mit Stadtentwicklung, Mobilität, Veranstaltungen, öffentlichem Raum und vor allem den Interessen und der Lebensqualität der Innsbrucker Bevölkerung zusammenführen.

„Es geht nicht darum, innerhalb des Magistrats eine weitere Interessenvertretung für Tourismusbetriebe zu schaffen. Die Stadt muss jene Stelle sein, an der die unterschiedlichen Interessen zusammenlaufen und ein vernünftiger Ausgleich geschaffen wird. Gerade dieser Ausgleich ist entscheidend dafür, dass Tourismus von der Bevölkerung positiv wahrgenommen und mitgetragen wird. Wer eine positive Tourismusgesinnung will, muss dafür sorgen, dass auch die Innsbruckerinnen und Innsbrucker einen Mehrwert sehen und ihre Interessen berücksichtigt werden. Dazu braucht es die Stadt“, so Gemeinderat MMst. Franz Jirka.

Tourismusstadt muss Tourismus selbst mitgestalten

Für Das Neue Innsbruck ist die Entscheidung der Stadtregierung daher ein falsches Signal. Eine Stadt, die wirtschaftlich stark vom Tourismus profitiert und gleichzeitig dessen Auswirkungen auf viele Bereiche des städtischen Lebens berücksichtigen muss, sollte ihre eigenen Kompetenzen stärken, statt den Tourismus aus ihrer Organisationsstruktur verschwinden zu lassen.

„Innsbruck darf Tourismuspolitik nicht anderen überlassen. Die Stadt muss selbst Vorstellungen entwickeln, Interessen abwägen und aktiv gestalten. Dafür braucht es auch auf Verwaltungsebene eine klare Zuständigkeit und eine starke Schnittstelle innerhalb des Magistrats. Eine, die mit Stolz und Freude auch so benannt wird. Eine Tourismusstadt muss mehr sein als die Summe ihrer Tourismusbetriebe“, betonen Stoll und Jirka abschließend.