Radweg-Debakel bei Schloss Ambras: Jetzt tritt genau das ein, wovor wir stets gewarnt haben

Millionen werden in einen Radweg investiert, dessen Gesamtkonzept weiterhin nicht erkennbar ist – und nun sorgt auch noch die Umleitung während der Bauarbeiten für Ärger bei Radfahrern und Autofahrern. Für Stadtrat Mag. Markus Stoll bestätigt die aktuelle Situation bei Schloss Ambras die Kritik von Das Neue Innsbruck der vergangenen Monate.

„Jetzt tritt genau das ein, wovor wir gewarnt haben. Es wird Stück für Stück gebaut, ohne die gesamte Verbindung vom Anfang bis zum Ende zu denken. Das Ergebnis ist ein Radweg, der Millionen kostet, nur bergauf funktioniert und dessen Fortsetzung weiterhin völlig offen ist. Jetzt zeigen sich die Folgen dieses Stückwerks auch ganz konkret im Alltag“, kritisiert Stoll.

Umleitung geht an der Praxis vorbei

Aufgrund der Bauarbeiten gilt derzeit zwischen dem Kreisverkehr Innsbruck-Mitte und Schloss Ambras ein Fahrverbot für Radfahrer. Trotzdem fahren zahlreiche Radler weiter durch die Baustelle.

„Wer mit dem Rad bereits bis zum Kreisverkehr hinaufgefahren ist und dann wieder hinuntergeschickt wird, um über eine deutlich längere und steilere Strecke Richtung Igls zu fahren, wird diese Umleitung kaum als attraktiv empfinden. Dass manche dann auf eigenes Risiko die letzten Meter Richtung Schloss weiterfahren, ist zwar nicht erlaubt, aber leider vorhersehbar.“, so Stoll.

Umleitung muss nicht nur auf dem Papier funktionieren

„Eine Umleitung muss nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern auch in der Praxis angenommen werden“, so Stoll. Die Folgen bekommen derzeit alle Verkehrsteilnehmer zu spüren: Radfahrer fahren trotz Fahrverbots durch die Baustelle, Autofahrer können aufgrund der engen Fahrbahn kaum überholen und beklagen gefährliche Situationen. Auch die Tiroler Tageszeitung berichtet von Kritik passionierter Radfahrer an der Umleitungsführung.

Das Grundproblem bleibt ungelöst

Bereits im Juni 2025 hat Das Neue Innsbruck auf die fehlende durchgängige Radverbindung nach Vill und Igls hingewiesen. Ein Jahr später folgte die nächste Kritik: Millionen werden investiert, das aktuelle Teilstück funktioniert aber nur bergauf, während talwärts weiterhin keine vergleichbare sichere Lösung besteht. Gleichzeitig ist nach wie vor offen, wie die Verbindung Richtung Aldrans beziehungsweise weiter ins Mittelgebirge fortgesetzt werden soll.

„Wir sind ausdrücklich für sichere Radverbindungen. Gerade deshalb ist dieses Stückwerk so ärgerlich. Wer Millionen an Steuergeld ausgibt, muss vorher wissen, wo ein Radweg beginnt, wo er endet und wie er in beide Richtungen sicher funktioniert. Ein paar hundert Meter Radweg ohne jeglichem nachvollziehbaren Kostenrahmen sind noch kein Gesamtkonzept“, schließt Stoll.

Beitrag in der Tiroler Tageszeitung vom 15. August 2026 (Seite 17)