Bereits seit Wochen fordern mehrere Fraktionen den sofortigen Räumungsstopp der „Jungen Talstation“ und eine faire, zukunftsfähige Lösung. Nachdem Bürgermeister Anzengruber und seine Koalition die Forderungen lange ignorierten, musste ein Sondergemeinderat einberufen werden. Erst dadurch kam es zur Vorlage eines neuen, inhaltlich weitgehend deckungsgleichen Abänderungsantrags der Stadtregierung. Der von den Regierungsfraktionen eingebrachte Antrag sieht nun vor, die ehemalige Talstation der Hungerburgbahn als Kultur- und Veranstaltungsort in Kooperation mit dem Verein „Junge Talstation“ weiterzuentwickeln. Auch eine längerfristige Nutzungsperspektive und die Prüfung eines Sanierungskonzepts wurden festgeschrieben.

„Die heutige Sondersitzung des Innsbrucker Gemeinderats hat gezeigt, dass sich Beharrlichkeit und Geschlossenheit auszahlen: Auf Initiative der gesamten Opposition wurde die Stadtregierung gezwungen, endlich ihren kulturpolitischen Winterschlaf zu beenden und konkrete Schritte für den Erhalt der „Jungen Talstation“ einzuleiten“, so Klubobfrau Dr.in Birgit Winkel.
Ohne Druck wäre gar nichts passiert

„Dass die Stadtregierung nun einen eigenen Abänderungsantrag eingebracht hat, zeigt ganz deutlich: Ohne den Druck der Opposition wäre gar nichts passiert. Gut, dass es eine funktionierende Opposition in der Landeshauptstadt Innsbruck gibt – dabei hätte sich der Bürgermeister nur an seine eigene Zukunftsbibel halten müssen“, betont Stadtrat Mag. Markus Stoll.
Jetzt ist es wichtig, dass die Regierung zum Beschluss steht

„Wir brauchen endlich mehr Raum für Kultur – gerade für junge Menschen und Initiativen abseits der großen Institutionen. Auch als Mutter einer bald 17-jährigen Tochter wünsche ich mir, dass sie in einer Stadt lebt, die solchen Orten wie der Jungen Talstation nicht den Boden entzieht, sondern sie aktiv unterstützt. Die Opposition hat heute gemeinsam dafür gesorgt, dass Bewegung in die Sache kommt – jetzt liegt es an der Stadtregierung, dass sie zum heutigen Beschluss auch steht“, so Das Neue Innsbruck-Gemeinderätin Mag.a Antonella Placheta.
Herzensprojekt wird gesichert

„Es ist eine Innsbrucker Besonderheit, dass die Opposition die Regierung zur Einkehr bringt – und das mit vereinten Kräften“, zeigt sich Klubobfrau-Stellvertreterin GRin Mag.a Christine Oppitz-Plörer erfreut und sagt weiters: „Die Junge Talstation war von Anfang an eines meiner Herzensprojekte – zusammen mit dem damaligen Jugendreferenten VBGM Kaufmann und dem neu gegründeten, engagierten SchülerInnenbeirat. Dass diese Einrichtung nun offenbar doch gesichert wird, freut mich im Sinne der jungen Menschen in Innsbruck sehr.“
Ergebnis macht Mut
„Das heutige Ergebnis macht Mut für künftige konstruktive Projekte und beweist, dass Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg im Sinne der Stadt möglich ist. Auch glauben wir, dass eine Stadtregierung, die ein Megaprojekt wie den Song Contest stemmen will, ein Projekt wie die Junge Talstation sehr zeitnah umsetzen kann“, schließen die Gemeinderäte unisono.