Meisterbriefverleihung zeigt Potenzial: Auch junge Meisterbetriebe brauchen Raum zum Durchstarten

Rund 300 frischgebackene Meisterinnen und Meister, 1.200 Gäste und eine bis auf den letzten Platz gefüllte Dogana: Am 6. November stand das Tiroler Gewerbe und Handwerk im Congress Innsbruck im Mittelpunkt. Rund 50 Bürgermeister aus ganz Tirol waren gekommen, um den Absolventinnen und Absolventen ihre Wertschätzung auszudrücken. Innsbrucks Bürgermeister glänzte hingegen durch Abwesenheit. Für Gemeinderat MMst. Franz Jirka, der in seiner Funktion als Spartenobmann für Gewerbe und Handwerk Gastgeber der Veranstaltung war, zeigt die Meisterbriefverleihung eindrucksvoll, welches Potenzial im heimischen Unternehmertum steckt.

„Wer einen Meisterbrief in Händen hält, hat viel Zeit, Energie und Geld in seine Ausbildung investiert. Viele haben darüber hinaus die Unternehmerprüfung und die Ausbilderprüfung abgelegt. Diese Menschen bringen beste Voraussetzungen mit, um eigene Betriebe zu gründen, Arbeitsplätze zu schaffen und Lehrlinge auszubilden. Darauf können wir stolz sein – auch in Innsbruck“, betont GR MMst. Franz Jirka.

Viaduktbogen 40: Warum nicht auch jungen Meisterbetrieben eine Chance geben?

Gerade vor diesem Hintergrund regt Jirka an, die städtische Wirtschaftsförderung breiter zu denken. Während zahlreiche bestens qualifizierte Fachkräfte den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, steht der von der Stadt angemietete Viaduktbogen 40 seit beinahe zwei Jahren leer. Das geplante Konzept soll insbesondere Menschen ermöglichen, neue Geschäftsideen auszuprobieren und erste unternehmerische Erfahrungen zu sammeln.

Dabei ist der Leerstand längst auch eine finanzielle Frage: Rund 240.000 Euro wurden bereits in die Adaptierung des Viaduktbogens investiert. Hinzu kommen laufende Mietkosten von knapp 1.900 Euro monatlich. Insgesamt belaufen sich die bisherigen Aufwendungen damit bereits auf mehr als 300.000 Euro, ohne dass die Räumlichkeiten bislang entsprechend genutzt werden konnten.

„Es ist richtig und wichtig, dass die Stadt innovative Ideen und Start-ups unterstützt. Gleichzeitig sollten wir aber auch an jene denken, die bereits eine umfassende fachliche und unternehmerische Ausbildung abgeschlossen haben und nun ihren eigenen Betrieb aufbauen möchten. Warum bietet man einen solchen Viaduktbogen nicht beispielsweise auch jungen Meisterinnen und Meistern als Starthilfe an? Gerade dann, wenn es über einen so langen Zeitraum nicht gelingt, eine Nutzung für diese Räumlichkeiten zu finden“, fragt Jirka.

Unterschiedliche Wege in die Selbstständigkeit unterstützen

„Ob innovatives Start-up oder traditioneller Handwerksbetrieb: Wer den Mut hat, sich selbstständig zu machen, verdient Unterstützung. Gerade junge Meisterbetriebe benötigen häufig geeignete und leistbare Räumlichkeiten. Wenn die Stadt schon erhebliche öffentliche Mittel investiert und weiterhin Monat für Monat Miete für einen leerstehenden Viaduktbogen bezahlt, sollte man auch überlegen, wie dieser möglichst rasch für unternehmerische Tätigkeiten genutzt werden kann. Das wäre gelebte Wirtschaftsförderung“, so Jirka abschließend.