Leistbares Wohnen beginnt mit leistbarem Bauen. Doch genau darüber wird in der politischen Diskussion viel zu selten gesprochen. Steigende Baukosten, immer komplexere Vorschriften, langwierige Genehmigungsverfahren und unnötige Bürokratie treiben die Kosten von Wohnbauprojekten kontinuierlich in die Höhe. Am Ende zahlen diese Mehrkosten die Menschen – in Form höherer Mieten und steigender Kaufpreise.
„Genau hier setzt unser Antrag für eine Enquete zum Thema „Leistbares Bauen“ an. Ziel ist es, Expertinnen und Experten aus Praxis, Wissenschaft, Verwaltung und Politik an einen Tisch zu bringen, um konkrete Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Bauverfahren effizienter gestaltet, Bürokratie reduziert und Rahmenbedingungen verbessert werden können. Denn wer ernsthaft über leistbares Wohnen spricht, muss auch darüber sprechen, wie leistbares Bauen wieder möglich wird“, so KO-Stv.in GRin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.
Gemeinderat hat bereits zugestimmt
Der Innsbrucker Gemeinderat hat diesem Anliegen bereits zugestimmt und den Antrag mit breiter Mehrheit beschlossen. Umso unverständlicher ist der weitere Umgang mit diesem Beschluss. Statt die Enquete vorzubereiten, wurde der Akt nach einem Schreiben des Bürgermeisters an den Landeshauptmann faktisch für erledigt erklärt. Der klare Wille des Gemeinderates blieb damit ohne Konsequenzen. Dabei geht es um weit mehr als einen formalen Beschluss. Leistbares Bauen ist eine soziale Frage. Jeder unnötige Verfahrensschritt, jede vermeidbare Verzögerung und jede bürokratische Hürde verteuern Bauprojekte und erschweren die Schaffung von leistbarem Wohnraum. Wer die Ursachen steigender Baukosten nicht angeht, wird auch das Problem hoher Wohnkosten nicht lösen.
„Gerade deshalb überrascht uns die Haltung von SPÖ, Grünen und JA. Obwohl regelmäßig über leistbares Wohnen gesprochen wird, scheinen jene Rahmenbedingungen, die den Wohnbau effizienter und damit günstiger machen könnten, bislang nur wenig Interesse zu wecken. Vorschläge zu Bürokratieabbau, schnelleren Verfahren und einer sachlichen Diskussion über Baukosten werden offenbar achselzuckend zur Kenntnis genommen. Anstatt sie gemeinsam weiterzuentwickeln wird ein Beschluss – bei dem auch die Regierungsfraktionen zugestimmt haben – einfach fallen gelassen.
Neuer Antrag bietet Möglichkeit sich zu positionieren
Mit unserem neuerlichen Antrag wollen wir deshalb nicht alte Debatten wiederholen, sondern den mehrheitlichen Willen des Gemeinderates endlich umsetzen. Die Enquete soll Fachwissen bündeln, unterschiedliche Perspektiven zusammenführen und konkrete Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Es geht ausdrücklich nicht um parteipolitische Inszenierung, sondern um praktikable Lösungen, die langfristig zu günstigeren Baukosten und damit auch zu leistbarerem Wohnen beitragen können.
„Im Herbst haben SPÖ und Grüne nun die Möglichkeit, Farbe zu bekennen. Dann wird sich zeigen, ob ihre Bekenntnisse zu leistbarem Wohnen auch die Bereitschaft umfassen, an den Ursachen steigender Baukosten zu arbeiten. Wer leistbares Wohnen ernst meint, darf leistbares Bauen nicht länger auf die lange Bank schieben. Mehr Wohnraum entsteht nicht durch Sonntagsreden. Er entsteht durch bessere Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie, effizientere Verfahren und den politischen Willen, notwendige Veränderungen tatsächlich umzusetzen“, schließt Oppitz-Plörer.
Der neue Antrag zum Nachlesen: