Wer in Innsbruck regelmäßig in unterschiedlichen Wohnanlagen unterwegs ist, bekommt ein immer klareres Bild davon, wie sich unsere Stadt verändert. Was früher ganz selbstverständlich Wohnraum war, wird heute zunehmend zur kurzfristigen Einnahmequelle. Immer mehr Wohnungen stehen nicht mehr dauerhaft den Innsbruckerinnen und Innsbruckern zur Verfügung, sondern werden über Plattformen wie Airbnb tage- oder wochenweise vermietet. Der wirtschaftliche Ertrag ist oft höher, gleichzeitig wird das Risiko eines unliebsamen Dauermieters minimiert.
„Auch wenn es mittlerweile gesetzliche Regelungen gibt, bleibt eine zentrale Frage offen: Können diese überhaupt konsequent kontrolliert werden? Bei meinen beruflich bedingten Hausbesuchen entsteht oft der Eindruck, dass die Kurzzeitvermietung in vielen Fällen weit über das zulässige Maß hinausgeht. Das geht vor allem zulasten der Mittelschicht, die zunehmend verdrängt wird. Gleichzeitig ist für Außenstehende oft schwer nachvollziehbar, wann es sich um eine erlaubte Form der Vermietung handelt – und wann nicht“, so GR MMst. Franz Jirka.
Wohnungen sollten primär zum dauerhaften Wohnen da sein
Wohnungen sind in erster Linie zum Wohnen da. Gerade in einer Stadt wie Innsbruck, in der leistbarer Wohnraum ohnehin knapp ist, verschärft jede Wohnung, die dem regulären Markt entzogen wird, die Situation zusätzlich. Der Druck auf die Mieten steigt, während gleichzeitig immer mehr Einheiten für die dauerhafte Nutzung fehlen.
„Es geht nicht darum, jemandem zu verbieten, seine Wohnung gelegentlich zu vermieten. Aber es braucht klare Grenzen und Regeln – und vor allem die Sicherheit, dass diese auch eingehalten werden“, betont Jirka.
Welche Stadt wollen wir?
„Am Ende steht eine einfache Grundsatzfrage: Wollen wir eine Stadt, in der Menschen wohnen und sich am gesellschaftlichen Leben beteiligen – oder eine Stadt, in der Wohnraum aus rein finanziellen Überlegungen für Kurzaufenthalte genutzt wird? Wir wollen, dass Wohnraum für Innsbruckerinnen und Innsbrucker errichtet wird – und dass diese darin auch dauerhaft leben können“, schließt Jirka.