Kubus am Rennweg: Kulturszene fordert Transparenz.Das Neue Innsbruck drängt auf Ausschreibung statt Freihand-Vergabe. Koalition uneinig.

Die battlegroup for art, ein Zusammenschluss zentraler Innsbrucker Kultur- und Interessenvertretungen, schlägt Alarm: Medienberichten zufolge soll der etablierte Kunstort „Reich für die Insel Artspace“ im Kubus am Rennweg verdrängt und die Fläche ohne öffentliche Ausschreibung an einen Gastronomen vergeben werden. Für Das Neue Innsbruck kritisiert die battlegroup zurecht das Fehlen klarer Kriterien und schließt sich der Forderung nach einer fairen, transparenten Vergabe an.

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Berichte hat Das Neue Innsbruck reagiert: „Stadtrat Mag. Markus Stoll brachte das Thema sofort in die politischen Gremien und fragte in der letzten Stadtsenatssitzung direkt bei Bürgermeister und Vizebürgermeister:innen nach, wie eine Vergabe ohne Ausschreibung und Behandlung in dafür vorgesehenen Gremien erfolgen könne. Laut Bürgermeister habe es mehrere Interessenten gegeben, drei seien in die engere Auswahl gekommen, letztlich habe sich „der Beste“ durchgesetzt. Kein Wort über Verfahren und Kriterien – fehlende Transparenz ist für den Bürgermeister ganz normal “, erläutert Das Neue Innsbruck-Klubobfrau GRin Dr.in Birgit Winkel.

Winkel hakte zusätzlich im Kulturausschuss nach: „Auf meine direkte Nachfrage sprach Kulturreferent Vbgm. Willi von mehreren Angeboten, die noch in den Klubs diskutiert werden sollen. Die Vorsitzende des Kulturausschusses äußerte sich nicht dazu.“

Nachvollziehbarkeit und Ausschreibung notwendig

„Wenn zentrale Kulturflächen ohne Ausschreibung und nachvollziehbare Kriterien vergeben werden sollen, ist das nicht akzeptabel. Transparenz ist hier das absolute Minimum – besonders, wenn eine etablierte Kulturinstitution betroffen ist“, betont Winkel. „Erfreulich ist, dass Vbgm. Willi und Vbgm.in Mayr das Vorgehen des Bürgermeisters nicht mehr nur stillschweigend zur Kenntnis nehmen. Es wird sich zeigen, wer sich in dieser Frage durchsetzt. Eine öffentliche Ausschreibung ist unerlässlich und daran wird sich messen lassen, wie ernst es der Stadtregierung mit Transparenz und Kulturförderung ist“, so Winkel abschließend.

E-Mail Antwort auf offenen Brief der battlegoup for art