Die jüngste „Ausschreibung“ rund um den Kubus am Rennweg sorgt weiterhin für erhebliche Irritationen. Während die Stadtregierung (JA/Grün/SPÖ) eine offene und transparente Vorgehensweise vorgaukelt, zeigen die Fakten ein anderes Bild. Die gesetzte Frist war derart knapp, dass ernsthafte Interessentinnen und Interessenten faktisch keine realistische Chance hatten, ein vollständiges, qualitätsvolles Konzept auszuarbeiten. Auch die Tatsache, dass die Ausschreibung lediglich quasi intern am Mitteilungsbrett der Stadt Innsbruck händisch veröffentlicht wurde – und nicht, wie bei anderen Verfahren üblich, zusätzlich über weitere Kanäle und breit digital – verstärkt den Eindruck, dass möglichst wenige Bewerber erreicht werden sollten.
„Die Ausschreibung, die erst nach erheblichem Druck durch uns im Stadtsenat und in weiterer Folge durch Rot und Grün erfolgte, wurde letztlich nur zu einem Feigenblatt. Realistisch gesehen bestand keinerlei Chance, ein seriöses Angebot zu legen. Schließlich blieben nicht einmal zehn Tage Zeit. In diesem Zeitraum sollen ein Termin im Rathaus wahrgenommen, Einsicht in die Unterlagen genommen, ein Nutzungskonzept entwickelt, Finanzierungen geklärt und ein vollständiges Angebot abgegeben werden. Ein derart komprimierter Zeitrahmen verhindert Wettbewerb, statt ihn zu ermöglichen. Das wirkt wie ein rein formaler Akt – nicht wie ein ernst gemeintes, ergebnisoffenes Verfahren“, kritisiert Stadtrat Mag. Markus Stoll deutlich.
Bitte um längere Frist wurde ignoriert
„Bereits im Vorfeld haben wir auf diese Problematik den Bürgermeister schriftlich hingewiesen und ihn ausdrücklich und höflich ersucht, eine realistische Frist zu setzen und die Ausschreibung transparent und breit zu kommunizieren. Eine Antwort blieb bis heute aus. Gerade das verstärkt den Eindruck eines Vorgehens, das alles andere als vertrauensbildend ist. Dass die Gemeinderäte der SPÖ und der Grünen dieses Spiel so anstandslos mitspielen, darf die Bürgermeisterfraktion zu Recht freuen“, so Stoll.
Vertrauen in die Stadtregierung schwindet zunehmend
„Die Stadt hätte ausreichend Gelegenheit gehabt, einen sauberen und nachvollziehbaren Prozess zu gewährleisten. Stattdessen wurde mit einer extrem kurzen Frist und minimaler Kommunikation ein Verfahren geschaffen, das zwangsläufig Zweifel nährt. Dieses Vorgehen hinterlässt einen besonderen Beigeschmack.“, schließt Stoll.