Wer faktenbasiert arbeiten will, braucht Informationen – und oft auch die Einschätzung von Expertinnen und Experten in einem bestimmten Bereich. Eigentlich gäbe es im Rathaus viele hochqualifizierte Fachleute. Seit Bürgermeister Johannes Anzengruber ist es den Fraktionen allerdings nicht mehr erlaubt, städtische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu Klubsitzungen einzuladen. Großzügigerweise darf uns der Finanzdirektor – mit Genehmigung des Bürgermeisters – nach der zweiten Lesung im Finanzausschuss die Budgetzahlen präsentieren.
Zum Glück gibt es auch außerhalb des Rathauses Menschen mit großer fachlicher Expertise, für deren Rat nicht gleich Unsummen an Honoraren bezahlt werden müssen. Der Austausch mit ihnen bietet die Möglichkeit, Themen fundiert zu diskutieren und der Politik wertvolle Impulse zu geben, wie Entscheidungen stärker an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet werden können.
Gerade deshalb ist es für uns wichtig, in unseren Klubsitzungen auch Expertinnen und Experten von außen einzuladen. Menschen, die keinem Maulkorb unterliegen. Die offen sagen können, wenn etwas in der Praxis nicht funktioniert – auch wenn es politisch als Erfolg verkauft wird. Die keine beruflichen Konsequenzen fürchten müssen, wenn sie Kritik äußern. Und die oft auch konkrete Lösungen aufzeigen können, für die in der Politik manchmal der Mut fehlt. Dieser Blick über den Tellerrand – jenseits der eigenen Blase – ist für uns äußerst wertvoll.
Besonders freut uns, dass sich immer wieder Innsbruckerinnen und Innsbrucker direkt an uns wenden, weil sie das Gespräch suchen. Sie wissen, dass wir ihnen auf Augenhöhe begegnen. Viele machen uns auf Probleme aufmerksam, die wir als Opposition zwar nicht unmittelbar lösen können – für deren Lösung wir uns aber mit Nachdruck einsetzen. Denn Menschen ernst zu nehmen beginnt oft damit, ihnen wirklich zuzuhören. Und manchmal ist es mehr wert, gehört und verstanden zu werden, als kurzfristig mit einem politischen Wahlzuckerl abgespeist zu werden.