Kommentar: Immer mehr Unterstützung für „Fasten beim Bauen“ – Jetzt muss auch Innsbruck endlich handeln

KO-Stv.in Gemeinderätin Mag.a Christine Oppitz-Plörer

Es ist erfreulich zu sehen, wie sich die Debatte rund um unser Anliegen „Fasten beim Bauen – ohne Verzicht auf Sicherheit“ entwickelt. Was der Gemeinderat vor wenigen Monaten mit nahezu einstimmiger Mehrheit auf den Weg gebracht hat, erklärte der Bürgermeister mit einem Brief an den Landeshauptmann praktisch für erledigt. Deshalb haben wir bereits einen neuerlichen Anlauf unternommen, die beschlossene Enquete doch noch auf den Weg zu bringen. Nun wird das Thema von immer mehr namhaften Vertretern aus Landespolitik und Wirtschaft aufgegriffen. Nach Landeshauptmann Anton Mattle fordert nun auch VP-Wohnbausprecher Dominik Mainusch einen Befreiungsschlag bei Bauvorschriften und Normen. Das zeigt: Unser Vorstoß trifft einen Nerv.

Denn wer leistbares Wohnen ernst meint, muss sich auch mit den Ursachen der ständig steigenden Baukosten auseinandersetzen. Überbordende Normen, technische Vorschriften und langwierige Verfahren treiben die Kosten in die Höhe. Das bestätigen mittlerweile nicht nur politische Entscheidungsträger, sondern auch zahlreiche Rückmeldungen von Bauträgern, Planern, Technikern und Vertretern der Bauwirtschaft.

Umso unverständlicher ist es, dass SPÖ, Grüne und JA samt Bürgermeister Anzengruber die vom Gemeinderat beschlossene Enquete nicht als Chance für einen offenen und fachlichen Austausch genutzt hat. Gerade wenn immer mehr Experten und Verantwortungsträger dieselbe Richtung vertreten, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, alle Beteiligten an einen Tisch zu holen und konkrete Maßnahmen zu erarbeiten.

Es geht dabei nicht um das Abschaffen sinnvoller Sicherheitsstandards. Es geht darum, jede Vorschrift darauf zu überprüfen, ob sie tatsächlich einen Mehrwert bringt oder lediglich Kosten verursacht. Weniger unnötige Bürokratie bedeutet schnelleres, effizienteres und vor allem leistbareres Bauen – und genau das ist ein wichtiger Baustein für mehr leistbares Wohnen.

Die Unterstützung aus der Landespolitik und der Wirtschaft zeigt, dass diese Diskussion längst über Innsbruck hinausgeht. Jetzt sollte auch die Innsbrucker Stadtregierung den Mut haben, diesen Weg endlich mitzugehen. Leistbares Wohnen entsteht nicht durch das Verwalten des Status quo, sondern durch die Bereitschaft, bestehende Rahmenbedingungen kritisch zu hinterfragen und dort zu verbessern, wo sie unnötige Hürden schaffen.

KO-Stv.in GRin Mag.a Christine Oppitz-Plörer