Die LernApp „Innsbruck gemeinsam“ wurde einst als modernes Vorzeigeprojekt präsentiert. Der Prüfbericht des Stadtrechnungshofes zeigt heute jedoch vor allem eines: Hinter der digitalen Fassade herrschte erstaunlich viel organisatorischer Nebel. Besonders brisant dabei: Hinter den Beschaffungen, Bestellungen und Präsentationen der Apps stand der damalige Vizebürgermeister Johannes Anzengruber persönlich. Genau jener Politiker also, der heute als Bürgermeister gerne Transparenz und saubere Verwaltung betont.
Der Stadtrechnungshof kritisierte unter anderem fehlende Bedarfsanalysen, nicht nachvollziehbare Abläufe, mangelnde Dokumentation sowie fehlende Vergleichsangebote. Teilweise wurden Rechnungen bezahlt, obwohl Leistungen laut Leistungszeitraum noch gar nicht vollständig erbracht waren. Selbst zentrale Nutzungsdaten konnten später nicht mehr vorgelegt werden.
Dazu kam die politische Begleitmusik rund um die bekannte „Erlebniscards“-Causa. Strafrechtlich wurde das Verfahren zwar eingestellt, politisch blieb aber ein schaler Eindruck zurück.
„Vielleicht hätte Innsbruck damals weniger eine Lern-App gebraucht – und mehr eine Anwendung mit dem Titel: ‚Anleitung zum ordnungsgemäßen Vollzug des Bürgermeisteramtes‘. Das hätte Willi und auch Anzengruber sicherlich gut getan. So bleibt in Innsbruck weiterhin jeder Akt ein Erlebnis.“, so Stadtrat Mag. Markus Stoll.
Redebeitrag von Stadtrat Mag. Markus Stoll im Gemeinderat: