Das Neue Innsbruck zum Eiskanal-Fiasko: Wo blieb die Kontrolle des Bürgermeisters?

Die Entwicklung rund um den Eiskanal in Igls spitzt sich weiter zu. Nach abgebrochenen Testfahrten, schweren Einschlägen und einer verweigerten Homologierung steht fest: Der von den Finanzierungspartnern um über 30 Millionen Euro adaptierte Eiskanal ist in zentralen Streckenabschnitten nicht sicher. Spitzenathleten sprechen von einem „Desaster“, der Weltcup der Rodler musste bereits abgesagt werden. Für Ersatzgemeinderätin Dr.in Renate Krammer-Stark stellt sich daher eine entscheidende Frage: „Wie kann ein Projekt dieser Dimension trotz klarer Warnungen derart aus dem Ruder laufen – und warum hat der Bürgermeister nicht früher eingegriffen?“

Wo war die begleitende Kontrolle?

Der Bürgermeister muss nicht jede technische Zeichnung kennen. Aber wenn bereits während des Baus auf massive Probleme hingewiesen wird und diese nach Fertigstellung weiterbestehen, dann geht es nicht nur um fachliche, sondern vor allem um politische Verantwortung. Bei Projekten dieser Größenordnung braucht es eine laufende Kontrolle, Transparenz und im Zweifel auch externe Prüfinstanzen. Genau das ist jedoch ausgeblieben – obwohl die Schwachstellen zwischen den Kurven 13 und 14 längst bekannt waren.

„Führung bedeutet, Probleme zu erkennen, bevor sie eskalieren. Stattdessen wurde erst reagiert, als das Projekt öffentlich kollabierte. Jetzt von ‚Konsequenzen‘ zu sprechen, ersetzt keine vorausschauende Steuerung – besonders nicht bei einem Projekt, das die Stadt und die Finanzierungspartner 31 Millionen Euro kostet. Das reflexartige Abputzen von Anzengruber und Wohlgemuth an anderen erinnert stark an Mahrer oder Willi.“, so Krammer-Stark.

Enormer Schaden – und viele offene Fragen

Der Rodel-Weltcup fällt aus, der internationale Ruf steht auf dem Spiel, der Tourismus erleidet massive Einbußen, und weitere Umbauten könnten nötig werden. Während Olympiaworld und Verbände nun um Lösungen ringen, bleibt ungeklärt, wie es überhaupt so weit kommen konnte.

„Ich persönlich halte es für bedenklich, dass für eine derart exklusive Sportart Millionenbeträge aufgebracht werden – und die Anlage am Ende nicht einmal funktioniert. Spätestens dann muss alles hinterfragt werden: die Planung, die Steuerung und die politische Aufsicht“, betont Krammer-Stark.