Rund 300.000 Euro für Planung, Sanierung und Leerstand – und noch immer kein Jungunternehmen im Bogen 40.

Der aktuelle Bericht des Stadtrechnungshofes liefert einen schonungslosen Bericht und neue Zahlen zum viel angekündigten „Testspace“. Seit 30. September ist nun auch die neuerlich verlängerte Bewerbungsfrist abgelaufen. Was 2024 als innovativer und von Caprese-Stadträtin Lutz so benannter  „Testspace“ für Jungunternehmen gestartet wurde, entwickelte sich zu einer mittlerweile fast zweijährigen bemitleidenswerten Geschichte. Die IIG sanierte auf Anweisung der Stadtregierung den Bogen und mietete ihn von den ÖBB an. Seit Anfang 2025 wird Miete bezahlt – genutzt wurde das Lokal bislang nicht.

„Die IIG ist ein Selbstbedienungsladen für die Stadtregierung geworden. Das Geldkarussell setzt die Subventionsordnung der Stadt außer Kraft“, kritisiert Stadtrat Mag. Markus Stoll die Konstruktion rund um den Bogen 40.

Vom „Testspace“ zum Dauerleerstand

Nachdem sich zunächst kein geeigneter Mieter fand, wurde mehrfach nachgebessert. Der Nutzungsspielraum wurde erweitert und die Bewerbungsfrist schließlich neuerlich bis 30. September verlängert. Ein Einzug wurde ab November 2025 in Aussicht gestellt.

„Es geht längst nicht mehr darum, ob die ursprüngliche Idee gut gemeint war. Entscheidend ist, was am Ende herauskommt. Und das ist ein wirtschaftliches Desaster. Rund 300.000 Euro öffentliches Geld und monatelanger Leerstand sind jedenfalls kein Ergebnis, mit dem man zufrieden sein kann“, so Stoll.

Besonders kurios bleibt dabei die Konstruktion: „Die öffentliche Hand investiert in die Sanierung, bezahlt seit Monaten Miete für ein leerstehendes Lokal und soll gleichzeitig über das Leerstandsmanagement die künftige Nutzung mitfinanzieren. Damit hat die Stadtregierung ein Projekt lanciert, das viele Monate selbst Leerstand produziert.“, zeigt Stoll auf.

Grüner Gemeinderat nicht befangen?

„Ausgerechnet an jener Sitzung, in der der Bericht des Stadtrechnungshofes zum Bogen 40 behandelt wurde, nahm auch der grüne Wirtschaftsausschussvorsitzende GR Auer teil. Das wäre an sich nicht weiter bemerkenswert, wäre er nicht selbst immer wieder im Untersuchungsbericht angeführt und erwähnt worden. Für ihn lag dennoch keine Befangenheit vor. Das wirkt umso erstaunlicher, wenn man sich an frühere grüne Empörungswellen erinnert: Bei einer vergleichbaren Konstellation in einer anderen Partei hätten die Grünen wohl umgehend einen Sitzstreik organisiert“, so Stoll.

Die Frist ist vorbei – was passiert jetzt?

Seit 30. September ist die neuerlich verlängerte Bewerbungsfrist abgelaufen. Jetzt müsste sich zeigen, ob die Suche tatsächlich erfolgreich war, wie viele Bewerbungen eingelangt sind und ob nach all den Verzögerungen tatsächlich jemand in den Bogen einziehen wird.

„Jetzt ist die Frist abgelaufen. Wir wollen wissen, wie viele Bewerbungen es gibt. Wer zieht ein und wann endet endlich der von den Steuerzahlern finanzierte Leerstand? Wir warten jedenfalls mit Spannung darauf, wie es mit dem Bogen 40 nun nach rund 300.000 Euro öffentlichem Geld weitergehen wird“, schließt Stoll.

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