Heute wurde öffentlich über das Projekt „Piazza“ – es handelt sich um den Bozner Platz – informiert. Das knapp 9 Millionen Euro teure Projekt soll im kommenden Gemeinderat beschlossen werden. Das Neue Innsbruck begrüßt, dass wieder Bewegung in das Projekt kommt, sieht aber einige der Kritikpunkte aus der Vorperiode noch nicht gelöst. Vor allem die Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgängern jeden Alters gibt Anlass zur Sorge, denn in einer Begegnungszone sind alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt: Das Kind auf dem Tretroller genauso wie der 20 km/h fahrende, tonnenschwere Gelenksbus.
„Ich begrüße das Fortführen des Projektes, wünsche mir aber noch die Klärung einzelner Details. Für mich steht die Sicherheit der Menschen im Vordergrund und mir leuchtet nicht ein, wie ein neu gestalteter Platz als Begegnungszone sicher sein kann, wenn man dort täglich mit hunderten Bussen und tausenden Fahrzeugen gleichberechtigt mit den Fußgängern bis zu 20 km/h durchfahren darf“, zeigt sich Klubobmann Franz Jirka (Das Neue Innsbruck) skeptisch zur verkehrlichen Gestaltung des Bozner Platzes.
„Der Aspekt einer umfassenden Verkehrsberuhigung wurde offenbar nicht berücksichtigt, ebenso wenig wie alternative Erschließungsmöglichkeiten für die Zentrumsgaragen. Ein klares Bekenntnis zu diesen wichtigen Garagen fehlt ebenfalls. Zudem haben wir bislang keine Informationen darüber, inwieweit die Wirtschaftstreibenden eingebunden wurden, was von besonderer Bedeutung wäre. Wir beteiligen uns jedenfalls gerne konstruktiv an der Diskussion“, so Jirka.
Mehr Grün von Beginn an
„Kühle Aufenthaltsflächen sind sehr zu begrüßen. Bis die Bäume ihre gewünschte Wirkung entfalten, dauert es jedoch noch 20 – 25 Jahre. Wir wünschen uns daher noch Nachbesserungen und eine intensivere Grünflächengestaltung. Die neu geplanten Grünbeete sind ein guter Anfang, aber noch nicht das Endergebnis. Da braucht es noch deutlich mehr Ergänzungen“, so Gemeinderätin Klara Neurauter nach der Präsentation.
Sind Begegnungszonen für Kinder, Ältere und Beeinträchtigte wirklich sicher?
„Wir sehen die Einrichtung einer Begegnungszone an der jetzt sogenannten Piazza sehr kritisch und ich erinnere mich noch gut an die Argumente der SPÖ zum Thema Barrierefreiheit. Eine Gleichberechtigung von Menschen und Schwerverkehr oder den Öffi-Bussen ist wohl ein Wunschtraum. Für uns ist die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer von oberster Priorität und da fragen wir uns, wer hier letztlich die Verantwortung übernimmt. Es liegt auf der Hand, dass die Fußgänger und da wiederum die Kinder und die älteren Menschen oder Menschen mit Beeinträchtigungen wie Seh- oder Gehbehinderungen meistens die Verlierer bei Begegnungszonen sind. Deswegen bitten wir alle Gemeinderätinnen und Gemeinderäte, gerade die Beschlussfassung zur Begegnungszone kritisch zu hinterfragen und dies aus Sicht der Kinder und Menschen mit Beeinträchtigungen zu sehen“, so Gemeinderätin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.
Abschließende Beratung erst nach Vorliegen aller Unterlagen
„Aus heutiger Sicht ist eine seriöse Stellungnahme noch nicht möglich. Die ganze Historie der Kosten, begonnen bei 3,5 Millionen über 10 Millionen und nun wieder 9 Millionen, wird genau anzuschauen sein. Ebenso die aufgeworfenen Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit der Begegnungszone. Sobald alles vorliegt, werden wir die „Piazza Bolzano“ in unserem Klub ausgiebig beraten und konstruktives Feedback geben. Eines ist aber klar, so wie der Platz heute aussieht ist das keine langfristige Option“, schließt Stadtrat Mag. Markus Stoll.
