Bauen außerhalb der Norm: Neue Wege für leistbares Wohnen

Leistbares Wohnen bleibt eine der zentralen Herausforderungen für Innsbruck – doch ein entscheidender Kostenfaktor wird in der öffentlichen Diskussion oft ausgeblendet: die Bau- und Verfahrenskosten selbst. Genau hier setzt ein neuer Antrag im Gemeinderat an, der eine Enquete zum Thema „Bauen außerhalb der Norm – Fasten für Baukosten und Normengebung“ anstrebt. Ziel ist es mit Expertinnen und Experten, die Rolle von Normen, technischen Standards und regulatorischen Vorgaben kritisch zu beleuchten und Wege zu finden, wie durch einfacheres, effizienteres Bauen Kosten gesenkt werden können. Im Fokus stehen dabei unter anderem Low-Tech-Ansätze, reduzierte Standards sowie konkrete Handlungsspielräume auf kommunaler Ebene.

„Wenn wir ernsthaft über leistbares Wohnen sprechen, dürfen wir nicht nur über Grundstückspreise und Förderungen reden – wir müssen auch den Mut haben, bestehende Normen und Standards kritisch zu hinterfragen.“, so GRin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

Expertinnen zu Wort kommen lassen

Mit der geplanten Enquete im Herbst 2026 soll genau dieser Diskurs angestoßen und auf eine sachliche, faktenbasierte Ebene gehoben werden. Es sollen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Bauwirtschaft und Praxis zusammengebracht und eine fundierte Grundlage für zukünftige wohnbaupolitische Entscheidungen geschaffen werden. Dabei geht es nicht um Qualitätsverlust, sondern um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Sicherheit, Nachhaltigkeit und Leistbarkeit.

„Leistbarkeit entsteht nicht durch immer mehr Regulierung, sondern durch kluge Vereinfachung. Wieso kann eine Betondecke in Paris wesentlich kostengünstiger umgesetzt werden als in Wien? Müssen wir die Wohnungen wirklcih auch die wenigen Tage mit Extremwetter hinsichtlich Temperatur im Sommer wie Winter auslegen, oder geht es auch anders? Wir brauchen einen neuen Zugang zum Bauen – praxisnah, effizient und im Interesse der Menschen.“, so Oppitz-Plörer.