Illegale touristische Kurzzeitvermietungen belasten den Innsbrucker Wohnungsmarkt nach Aussagen der Stadtregierung weiterhin. Kurzzeitvermietungen sind oft deutlich profitabler als klassische Vermietungen – gleichzeitig entziehen sie dem Wohnungsmarkt wertvollen Wohnraum und tragen dazu bei, dass Mieten weiter steigen. Für viele Innsbruckerinnen und Innsbrucker wird leistbares Wohnen dadurch zunehmend schwieriger. Die Stadt Innsbruck hat bereits 2021 eine eigene Taskforce gegen illegale Kurzzeitvermietungen eingerichtet. Gemeinderätin Mag.a Christine Oppitz-Plörer hat diese Initiative von Beginn an begrüßt und unter dem Vorsitz von GR Marcella Duftner als Mitglied vollinhaltlich unterstützt.
„Leistbares Wohnen ist für alle Parteien im Innsbrucker Gemeinderat ein großes Ziel. Dass die Leerstandszahlen stimmen, wird vom Bürgermeister selbst ja sehr angezweifelt. Plattformen zur Kurzzeitvermietung kurbeln – wie auch überall sonst auf der Welt – andererseits die Preisspirale weiter nach oben. Der Gesetzgeber hat reagiert und die Stadt Innsbruck hat Maßnahmen ergriffen, um gegen illegale Kurzzeitvermietung vorzugehen. Meine Anfrage an den Bürgermeister zeigt jedoch, dass eine sachliche Evaluierung der Wirksamkeit notwendig ist“, so Gemeinderätin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.
Anfragebeantwortung lieferte interessante ZahlenMittels der Anfrage hat Das Neue Innsbruck einen klaren Überblick über die Anzahl der Verdachtsfälle sowie über eingeleitete und abgeschlossene Verfahren begehrt. In den Jahren 2023, 2024 und 2025 gingen jeweils über 200 Verdachtsmeldungen zu möglichen illegalen Kurzzeitvermietungen ein. Bescheidmäßige Benützungsuntersagungen wurden jedoch nur in einem Bruchteil der Fälle erteilt: 2023 in zwei Fällen, 2024 in zehn Fällen und 2025 in 16 Fällen.
„Nur 1 Prozent der Verdachtsfälle im Jahr 2023, etwa 4 Prozent 2024 und etwa 7 Prozent 2025 haben tatsächlich zu entsprechenden Maßnahmen geführt. Das ist zwar statistisch eine Entwicklung nach oben, aber noch immer ein sehr geringer Anteil im Verhältnis zum finanziellen und personellen Einsatz“, so Oppitz-Plörer.
Transparenz und Evaluierung notwendig
Für die Taskforce wurden personelle Ressourcen im Ausmaß von rund 2,25 Vollzeitäquivalenten eingesetzt. Dazu kamen Zahlungen an eine externe Firma in den Jahren 2023 und 2024. Insgesamt bewegt sich der finanzielle Aufwand damit in einer nicht unbeträchtlichen Größenordnung von rund 200.000 Euro über die Jahre. Der Vertrag mit der Firma, welche die Verdachtsfälle geliefert hat, wurde mittlerweile nicht mehr verlängert. Die Stadt verlässt sich nunmehr auf die direkte Mitwirkung der „sensibilisierten“ Bevölkerung.
„Wir dürfen nicht nur zuschauen, wie Wohnraum dem Markt entzogen wird, während Menschen in Innsbruck leistbare Wohnungen suchen. Transparenz über die Arbeit der Taskforce Airbnb ist kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung, um illegale Vermietungsmodelle einzudämmen und faire Bedingungen für alle zu schaffen. Es wird sich zeigen, wie sich das in Zukunft entwickelt. Insgesamt entsteht aber der Eindruck, dass die Stadtregierung hier kaum mehr Aktivitäten setzt – wie auch die Aktivität der Taskforce mit nur einem Treffen pro Jahr belegt“, so Oppitz-Plörer.
Illegale Kurzzeitvermietung muss weiterhin im Fokus stehen. Der Ball liegt jetzt bei der Stadtregierung.
„Ich gehe davon aus, dass der Gemeinderat weiterhin hinter dem Ziel steht, illegale Kurzzeitvermietungen einzudämmen. Aber gute Politik bedeutet auch, Maßnahmen regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuschärfen. Unsere Anfrage war ein Schritt, damit der Gemeinderat mehr Klarheit bekommt. Jetzt liegt es an der Regierung, überzeugende Argumente zu liefern, wie es positiv weitergeht“, schließt Oppitz-Plörer.
Thema in den Medien
TT, 11.02.2026
