Linie 6: Alle Fahrgäste eines Tages passen in eine einzige Straßenbahn – Waldbahn erhalten, touristisches Potenzial nutzen und teure Leerfahrten vermeiden!

KO-Stv.in Gemeinderätin Mag.a Christine Oppitz-Plörer

Die Evaluierung der Linie 6 bestätigt die bisherige Skepsis des Neuen Innsbruck gegenüber der täglichen Taktverdichtung und der Einbindung der Waldbahn in den innerstädtischen Straßenbahnverkehr. Trotz prozentuell gestiegener Fahrgastzahlen bleibt die tatsächliche Nutzung mit im Durchschnitt 320 Nutzenden pro Tag (!) zwischen Bergisel und Igls weit hinter den Erwartungen zurück. Zur Verdeutlichung: Im Tagesdurchschnitt nutzen rund 320 Fahrgäste diesen Streckenabschnitt – das entspricht ungefähr der Kapazität einer einzigen langen Straßenbahn.

„Wir waren als Fraktion von Anfang an skeptisch, ob die zusätzliche Taktverdichtung und die Einbindung in die Innenstadt tatsächlich die erhofften Fahrgastzahlen bringen würden. Wenn die Fahrgäste eines ganzen Tages in einer einzigen langen Straßenbahn Platz finden, dann stimmt das Verhältnis zwischen Angebot, Nachfrage und Kosten offensichtlich nicht mehr“, so KO-Stv.in GRin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

Hunderttausende Euro für einen kaum genutzten Regelbetrieb

Angesichts der laut dem Bürgermeister angespannten finanziellen Situation der Stadt stellt sich für Das Neue Innsbruck die Frage nach einem verantwortungsvollen Einsatz öffentlicher Mittel. Die hohen Betriebskosten stehen in keinem vernünftigen Verhältnis zur tatsächlichen Nutzung. Diese Mittel könnten an anderer Stelle im öffentlichen Verkehr oder für Familien und Kinder deutlich mehr bewirken.

„Wir sprechen hier von Hunderttausenden Euro, die aus unserer Sicht an anderer Stelle in der Stadt einen wesentlich größeren Nutzen bringen könnten. Eine Straßenbahn weitgehend leer fahren zu lassen, nur weil man sich höhere Fahrgastzahlen erhofft hat, ist jedenfalls keine verantwortungsvolle Verkehrspolitik“, befindet Oppitz-Plörer.

Waldbahn erhalten und als Ausflugsbahn attraktiver machen

Das Neue Innsbruck bekennt sich klar zum Erhalt der Waldbahn und lehnt sowohl eine Einstellung als auch die oft geforderte Umwandlung in einen Radweg ab. Stattdessen muss jetzt endlich das touristische und freizeitbezogene Potenzial durch attraktive Angebote rund um Igls und saisonale Schwerpunkte besser genutzt werden. Mit einem Abänderungsantrag forderte Das Neue Innsbruck einen bedarfsgerechten Fahrplan: Betrieb an Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien sowie Schülerverkehr an Schultagen statt eines teuren Regelbetriebs. Gleichzeitig sollen Einsparungspotenziale und weitere Möglichkeiten zur Attraktivierung geprüft werden. Der Gemeinderat beschloss schließlich eine erste Reduktion des Angebots und eine weitere Beobachtung der Fahrgastentwicklung.

„Wir wollen die Linie 6 nicht abschaffen, sondern ihre Zukunft sichern. Als attraktive Ausflugsbahn hat sie großes Potenzial. Aber dafür braucht es gute Ideen und nicht einfach immer mehr Fahrten ohne entsprechende Nachfrage. Gerade in Zeiten knapper Budgets müssen wir zwischen einer wünschenswerten Vision und dem tatsächlich Leistbaren unterscheiden“, hält Oppitz-Plörer abschließend fest.

Die Rede im Gemeinderat zum Nachsehen

Den vollständigen Redebeitrag von KO-Stv.in GRin Mag.a Christine Oppitz-Plörer im Innsbrucker Gemeinderat gibt es hier als Video zum Nachsehen:

TT Beitrag zur Wahldbahn (15.10.2026)