Kommentar: Wohnungsvergabe bleibt politischer Brennpunkt. Zeit für Haltung bei SPÖ und Grünen.

KO-Stv.in Gemeinderätin Mag.a Christine Oppitz-Plörer

Wer politische Verantwortung trägt, muss bereit sein, Probleme offen anzusprechen, gerade dann, wenn es unangenehm wird. In der vergangenen Sitzung des Sozialausschusses reagierte der ressortzuständige Vizebürgermeister Georg Willi mit einer eigenen Präsentation sichtlich verschnupft auf die kritische Berichterstattung über die Innsbrucker Wohnungsvergabe, ausgelöst wohl durch Fallschilderungen der KPÖ.

Dabei wäre eine andere Diskussion wichtiger gewesen: Was läuft bei der Wohnungsvergabe schief und was wird konkret verbessert? Wo hat der seit 2018 ressortzuständige grüne Vizebürgermeister aufgetretene Probleme gelöst? Denn auch bei uns melden sich immer wieder Betroffene mit Beschwerden über die Abläufe. Die Wohnungsvergabe hat trotz Verdoppelung der Mitarbeiterinnen weiterhin Erklärungsbedarf, und die politische Führung ist dafür verantwortlich.

Besonders gespannt durfte man auf die SPÖ sein. Schließlich sagt sie selbst öffentlich, dass beim Wohnen unter Georg Willi nicht alles rund läuft und sie vieles anders machen würde. Wir sind gespannt, wann diese Ideen der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Wohnen und Soziales waren angeblich Kernthemen von Grünen und SPÖ. Kernthemen erkennt man aber nicht daran, wie oft man über sie spricht, sondern daran, was man tut, wenn es darauf ankommt. Bei der Wohnungsvergabe wäre jetzt genau der richtige Zeitpunkt, eine klare Haltung zu zeigen.

Mag.a Christine Oppitz-Plörer
Gemeinderätin, KO-Stv.in Das Neue Innsbruck