AirPods im Ohr, den Blick aufs Handy gerichtet und rundherum die Welt ausgeblendet: Dieses Bild gehört mittlerweile ganz selbstverständlich zu unserem Straßenalltag. Das ist meistens kein Problem. Gefährlich wird es aber dort, wo sich die Wege von Fußgängern, Radfahrern, Öffis und Autos kreuzen.
Ich habe selbst schon unglaubliche Szenen erlebt. Menschen, die völlig ins Handy vertieft auf die Straße treten, ohne auch nur einmal nach links oder rechts zu schauen. Fußgänger, die mit Kopfhörern weder ein herannahendes Fahrrad noch eine Klingel oder andere Warnsignale wahrnehmen. Oder den klassischen Blick aufs Display, während gleichzeitig ein Schutzweg überquert wird.
Italien diskutiert aktuell sogar darüber, die Nutzung des Handys beim Überqueren einer Straße zu verbieten und mit Geldstrafen zu ahnden. So weit müssen wir aus meiner Sicht gar nicht gehen. Aber die Diskussion sollte uns auch in Innsbruck zu denken geben. Denn Sicherheit im Straßenraum ist keine Einbahnstraße. Natürlich müssen Autofahrer besonders aufmerksam sein, Rücksicht nehmen und vor Schutzwegen entsprechend reagieren. Dasselbe gilt für Rad- und Scooterfahrer. Aber auch wer zu Fuß unterwegs ist, trägt Verantwortung – vor allem für die eigene Sicherheit.
Vielleicht braucht es deshalb nicht gleich die nächste Vorschrift oder Strafe. Eine Aufmerksamkeitskampagne könnte ein Anfang sein: Handy runter. Kopf hoch. Augen auf. Gerade an stark frequentierten Kreuzungen, Schutzwegen, Haltestellen und im Umfeld von Schulen könnte man mit einfachen und durchaus humorvollen Hinweisen daran erinnern, dass im Straßenverkehr wenige Sekunden Unaufmerksamkeit reichen können.
Wir reden zu Recht viel darüber, wie wir unseren Straßenraum sicherer gestalten können. Ampeln, Schutzwege, Beleuchtung oder bauliche Maßnahmen sind dabei wichtig. Aber eines können sie uns nicht abnehmen: selbst aufmerksam zu sein und aufeinander zu achten.
GR MMst. Franz Jirka