Die Diskussion und unser Gemeinderatsantag über einfacheres Bauen als Beitrag zu leistbarem Wohnen in Tirol bekommt weiteren Rückenwind. Immer mehr Fachleute unterstützen unsere Idee. Innsbruck sollte die Chance nutzen und Experten endlich an einen Tisch holen. In einem aktuellen Gastkommentar in der Tiroler Tageszeitung spricht sich Alexander Zlotek, technischer Geschäftsführer der Alpenländischen Gemeinnützigen Wohnbau, unter dem Titel „Weniger ist mehr: Deregulierung als Turbo für Tirols Wohnbau“ für eine konsequente Überprüfung von Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien und Normen aus.
Damit kommt nun auch aus der gemeinnützigen Wohnungswirtschaft massiveUnterstützung für genau jene Diskussion, die Das Neue Innsbruck mit dem Antrag für die Abhaltung einer gemeinderätlichen Enquete „Bauen außerhalb der Norm – Fasten für Baukosten und Normengebung“ bereits angestoßen hat. Ziel des Antrags war und ist es, gemeinsam mit Fachleuten zu untersuchen, wie Baukosten durch einfachere Standards, weniger Bürokratie und praxistauglichere Vorschriften reduziert werden können – ohne Abstriche bei Sicherheit und Qualität. Der Innsbrucker Gemeinderat hatte die Abhaltung der Enquete ursprünglich nahezu einstimmig beschlossen. Der Bürgermeister mittels eines Briefes an den Landeshauptmann den Beschluss für erledigt erklärt.
Weniger Bürokratie kann Bauen auch ein Stück leistbarer machen
Zlotek verweist in seinem Gastkommentar auf 15 konkrete Maßnahmen des Landes Tirol, die Bauen wieder einfacher und günstiger machen sollen. Genannt werden unter anderem Erleichterungen bei Verfahren und Bauausführung, längere Prüffristen bei technischen Anlagen sowie teilweise Erleichterungen bei Stellplatzverpflichtungen und Barrierefreiheit. Gleichzeitig macht er deutlich, dass Sicherheit und Qualität dabei nicht zur Disposition stehen dürfen.
„Genau darum geht es bei unserem Vorschlag seit Beginn. Wir wollen keine Sicherheitsstandards abschaffen, sondern gemeinsam mit Fachleuten hinterfragen, welche Vorschriften tatsächlich notwendig sind und wo sich über Jahrzehnte Standards entwickelt haben, die das Bauen immer komplizierter und teurer machen. Wenn mittlerweile Landeshauptmann, Vertreter der Landespolitik, Bauwirtschaft und gemeinnützige Wohnbauträger in dieselbe Richtung argumentieren, sollte auch die Innsbrucker Stadtregierung aus SPÖ/Grüne/JA diese Diskussion endlich ernst nehmen“, so KO-Stv.in GRin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.
Innsbruck könnte selbst einen wichtigen Beitrag leisten
Bereits im Frühjahr hat Das Neue Innsbruck darauf hingewiesen, dass steigende Baukosten, regulatorische Anforderungen und komplexe Normen den Wohnbau zunehmend unter Druck setzen. Die beantragte und vom Gemeinderat mit äußerst breiter Mehrheit beschlossene Enquete sollte deshalb ausdrücklich Fachleute aus Planung, Bauwirtschaft, Wohnbau und Verwaltung zusammenbringen. Bürgermeister Johannes Anzengruber hat für sich und die Stadtregierung die Angelegenheit nach einem Schreiben an den Landeshauptmann Sang- und Klanglos für erledigt erklärt.
„Es geht ja nicht darum, wer diese Diskussion begonnen hat. Entscheidend ist, dass sie geführt wird und am Ende konkrete Verbesserungen herauskommen. Gerade Innsbruck mit seinen hohen Wohnkosten müsste größtes Interesse daran haben, jeden vernünftigen Ansatz zur Senkung der Baukosten zu prüfen. Der aktuelle Gastkommentar ist ein weiterer Beleg dafür, dass unser Vorschlag aktueller denn je ist. Deshalb erneuern wir unsere Einladung an die Innsbrucker Stadtregierung: Holen wir die Fachleute an einen Tisch und schauen wir gemeinsam, was Innsbruck selbst beitragen kann. Im Herbst kann die Stadtregierung zeigen, wie viel ihr wirklich an leistbarem Wohnen liegt“, schließt Oppitz-Plörer.