Die Einhausung der A12 im Westen Innsbrucks ist einen wichtigen Schritt weiter. Alle Fraktionen des Innsbrucker Gemeinderates sowie das Land Tirol unterstützen mittlerweile das Projekt. Das Neue Innsbruck begrüßt diesen politischen Schulterschluss ausdrücklich. Der Weg dorthin war lang: Bereits gegen Ende der Gemeinderatsperiode 2012–2018 gab es erste Unterschriftensammlungen von Für Innsbruck und der ÖVP. Auch in der folgenden Periode wurde die Einhausung immer wieder thematisiert, stieß damals aber insbesondere bei den Grünen auf wenig Gegenliebe. Weder Bürgermeister Georg Willi noch Mobilitätsstadträtin Uschi Schwarzl zeigten großes Interesse an einer solchen Lösung. Gleichzeitig hielt die Initiative Einhausung West über all die Jahre mit großem Engagement an ihrem Anliegen fest. Politisch hat vor allem Das Neue Innsbruck das Thema immer wieder aufgegriffen, Runde Tische eingefordert und zuletzt mit der Anforderung bislang zurückgehaltener Unterlagen auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes zusätzlichen Druck erzeugt. Inzwischen ist aus der jahrelangen Diskussion ein gemeinsames Anliegen aller Fraktionen geworden.
„Wir freuen uns sehr, dass die Anliegen der Initiative Einhausung West, die wir schon lange teilen und unterstützen, nun die volle Rückendeckung der Innsbrucker Politik haben. Besonders erfreulich ist, dass mittlerweile offenbar auch die Grünen die Einhausung mittragen. Am Ende des Tages zählt aber nicht, wer wann seine Meinung geändert hat, sondern jedes einzelne Engagement – und vor allem das gemeinsame Ergebnis für die Innsbruckerinnen und Innsbrucker“, erklärt KO-Stv.in GRin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.
Tausende Menschen im Westen würden profitieren
„Bei der Einhausung geht es um weit mehr als ein einfaches Lärmschutzprojekt. Tausende Innsbruckerinnen und Innsbrucker vom Sieglanger über die Höttinger Au bis nach Kranebitten leben täglich mit den Belastungen der A12. Eine Einhausung wird den Verkehrslärm deutlich reduzieren und damit die Lebensqualität im gesamten Westen der Stadt nachhaltig verbessern. Wer könnte sich heute Amras ohne die damals von Hilde Zach forcierte Einhausung noch vorstellen?“, so Oppitz-Plörer.
Chancen für Stadtentwicklung
„Mit der Umsetzung eröffnet sie die Chance, die heute bestehende Schneise durch den Stadtraum zu überwinden, die Oberfläche zu begrünen und neue Flächen und städtebauliche Möglichkeiten zu schaffen. Von Freizeitflächen, Schrebergärten oder anderen leichten Bauten für die Allgemeinheit ist hier viel denkbar. Statt hohen Wänden könnte damit eine Lösung entstehen, von der Innsbruck über viele Generationen profitieren wird“, so Oppitz-Plörer.
Gemeinsame Gespräche lohnen sich
Für Oppitz-Plörer zeigt die Entwicklung auch, dass es sich lohnt, bei großen Zukunftsprojekten frühzeitig über Partei- und Klubgrenzen hinweg das Gespräch zu suchen.
„Vielleicht wäre es in Innsbruck öfter sinnvoll, miteinander zu reden, bevor sich politische Fronten verhärten. Wenn eine gute Idee auf dem Tisch liegt, sollte nicht entscheidend sein, von wem sie kommt. Der Runde Tisch und die gemeinsame Resolution zeigen, was möglich ist, wenn alle Fraktionen an einem Strang ziehen. Ich freue mich sehr, dass das Bohren dieser harten Bretter auch zum Etappenerfolg beitgetragen hat“, so Oppitz-Plörer.
Keine neuen Mauern durch Innsbruck
Für Oppitz-Plörer darf die Entscheidung nicht auf die kurzfristig vermeintlich „billigste“ Lösung reduziert werden. Meterhohe Lärmschutzwände würden die bestehenden Barrieren im Westen weiter verstärken, während eine Einhausung die Chance bietet, Stadtteile wieder stärker miteinander zu verbinden und neue Lebensräume zu schaffen, die auch die Lebensqualität massiv verbessern werden.
„Mauern in den Köpfen müssen ebenso verbindenden Projekten weichen wie meterhohe Lärmschutzwände mitten durch unsere Stadt. Eine heute vermeintlich billigere Lösung kann für die nächste Generation sehr teuer werden. Wenn wir Lärm und Verkehrsbelastung auf Jahrzehnte einzementieren, zahlen vor allem unsere Kinder und Jugendlichen den Preis – mit ihrer Gesundheit und Lebensqualität. Das darf auch für Bundeskanzler Christian Stocker und Verkehrsminister Peter Hanke keine Perspektive sein. Innsbruck und Tirol stehen geschlossen hinter der Einhausung. Jetzt gilt es, diese Jahrhundertchance gemeinsam zu nutzen“, so Oppitz-Plörer abschließend.