Familienfreundlichkeit wird in Innsbruck gerne betont – wenn es aber konkret wird, folgt der Rückzieher. Genau das zeigt die Ablehnung unseres Antrags zur Teilnahme am Audit „familienfreundliche Gemeinde“.
Mit dem Audit wollten wir einen strukturierten Prozess starten, bei dem Kinder, Jugendliche, Familien und Seniorinnen und Senioren gemeinsam konkrete Maßnahmen für ein familienfreundlicheres Innsbruck entwickeln. Das staatlich anerkannte Gütesiegel wird bereits von zahlreichen Tiroler Gemeinden erfolgreich genutzt und durch den Bund begleitet sowie gefördert.
Das Erstaunliche: Die zuständige Vizebürgermeisterin der Caprese lehnt das Ziel gar nicht ab. Sie begründet die Ablehnung vielmehr damit, dass wir einen Zeitrahmen für die Umsetzung vorgegeben und schon den offiziellen Audi-Anbieter detailliert genannt haben. Dabei findet sich das Vorhaben sogar im Arbeitsübereinkommen der Stadtregierung.
Beim Thema Familienfreundlichkeit gibt es in unserer Stadt noch viel Luft nach oben. Mit unserem Antrag wollten wir möglichst viele Menschen in die Erarbeitung konkreter Maßnahmen einbinden. Offenbar war unser Zeitplan zu ambitioniert und die Nennung des offiziellen Anbieters zu konkret. Schöne Worte sind uns zu wenig – jetzt muss endlich gehandelt werden.
Besonders enttäuschend ist, dass der Antrag nicht einmal im zuständigen Ausschuss diskutiert werden soll. Wer Familienfreundlichkeit ernst meint, sollte über konkrete Vorschläge sprechen – und sie nicht mit so leicht durchschaubaren Ausreden vom Tisch wischen.
Klubobfrau GRin Dr.in Birgit Winkel
Antrag zum Nachlesen: