Explodierender Leerstand: Neue Parkgebührenordnung wird Abwanderung aus der Innenstadt beschleunigen.

Die Zahlen aus der heutigen Berichterstattung der Tiroler Tageszeitung zeichnen ein alarmierendes Bild der Innsbrucker Innenstadt. Mittlerweile stehen rund 10 Prozent der Geschäftsflächen in Innsbruck leer oder befinden sich im Umbau – fast jedes zehnte Geschäftslokal. Gleichzeitig kämpft der Handel mit der schlechtesten Ertragslage aller Branchen. Für Stadtrat Mag. Markus Stoll ist deshalb völlig unverständlich, dass die Stadtregierung ausgerechnet in dieser Situation in dieser Woche die größte Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung seit Jahren beschließen will.

„Die aktuellen Zahlen müssten bei der Stadtregierung sämtliche Alarmglocken schrillen lassen. Stattdessen beschließt man längere Gebührenzeiten, höhere Kosten und belastet genau jene Menschen zusätzlich, die nach der Arbeit noch in die Innenstadt kommen, einkaufen, essen gehen oder einen Termin wahrnehmen wollen. Das ist der Beitrag dieser Stadtregierung zum Leerstand.“, trifft es Stadtrat Mag. Markus Stoll auf den Punkt.

Der Vergleich macht leider sicher

Besonders alarmierend sei, dass Innsbruck bei den Leerständen deutlich schlechter abschneide als vergleichbare Landeshauptstädte. Gleichzeitig warnen Handelsexperten ausdrücklich davor, die Innenstädte aufzugeben, während die Wirtschaftskammer feststellt, dass keine andere Branche derzeit unter einer derart schwachen Ertragslage leidet wie der Handel.

„Und was ist die Antwort der Stadtregierung? Sie macht den Innenstadtbesuch teurer und unattraktiver. Während der Onlinehandel wächst und Einkaufszentren mit kostenlosen Parkplätzen werben, beschließt Innsbruck eine indirekte Förderung für Einkaufszentren am Stadtrand. Wer den Weg in die Innenstadt künstlich verteuert, lenkt Kaufkraft bewusst an die Peripherie. Das ist wirtschaftspolitisch das genaue Gegenteil dessen, was unsere Innenstadt jetzt dringend bräuchte.“, so Stoll.

Neue Freizeitsteuer ist auch Anti-Wirtschafts-Steuer

Besonders kritisch sieht Stoll, dass die neuen Parkgebühren viele Menschen genau in ihrer Freizeit treffen.

„Die Stadtregierung verkauft diese Maßnahme als Verkehrsprojekt. Tatsächlich ist sie eine weitere Belastung für Familien, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie für die Innenstadtwirtschaft. Wer glaubt, den Handel mit höheren Gebühren retten zu können, hat die Realität völlig aus den Augen verloren. Frei nach dem Motto: ‚Innenstadtwirtschaft, ich muss dich lassen.‘“

Strategie gefordert

„Wenn bereits heute fast jedes zehnte Geschäftslokal leer steht und Fachleute eindringlich vor einer weiteren Schwächung der Innenstädte warnen, dann darf die Antwort nicht eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung mit Gebührensteigerungen von mehr als 50 Prozent sein. Diese Stadtregierung riskiert sehenden Auges eine vernichtende Entwicklung für unsere Innenstadt.“, schließt Stoll.