Sicherheit am Bozner Platz: Stadtregierung sieht trotz fehlendem Sicherheitskonzept keinen Handlungsbedarf

Mit einer Gemeinderatsanfrage hat GR MMst. Franz Jirka die Sicherheit der geplanten Gastgärten am Bozner Platz hinterfragt. Anlass waren die unmittelbare Nähe zur Fahrbahn sowie die Frage, welche konkreten Schutzmaßnahmen für die Gäste vorgesehen sind. Die nun vorliegende Beantwortung der Stadtregierung fällt aus Sicht von Das Neue Innsbruck ernüchternd aus.

Besonders bemerkenswert ist, dass die Stadt selbst bestätigt, dass es für Gastgärten im gesamten Stadtgebiet kein Sicherheitskonzept gibt. Dennoch sieht die Stadtregierung keinen Anlass für zusätzliche Maßnahmen. Als Begründung wird unter anderem angeführt, dass die Begegnungszone mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h bereits ein höheres Sicherheitsniveau biete und hundertprozentige Sicherheit ohnehin nicht gewährleistet werden könne.

„Die Antwort der Stadtregierung ist erschreckend. Einerseits wird bestätigt, dass es für Gastgärten überhaupt kein Sicherheitskonzept gibt, andererseits sieht man keinerlei Handlungsbedarf. Wer Menschen unmittelbar neben einer Verkehrsfläche Platz nehmen lässt, sollte sich mit Sicherheitsfragen intensiver auseinandersetzen als mit dem Hinweis, dass es hundertprozentige Sicherheit ohnehin nicht geben kann“, kritisiert GR MMst. Franz Jirka.

Fehlende Sorgfalt

Für Das Neue Innsbruck zeigt die Beantwortung einmal mehr, dass berechtigte Sicherheitsfragen nicht mit der notwendigen Sorgfalt behandelt werden. Die Sicherheit der Menschen muss bei der Planung öffentlicher Plätze oberste Priorität haben und darf nicht erst dann zum Thema werden, wenn etwas passiert.

„Niemand verlangt absolute Sicherheit. Aber wer berechtigte Fragen einfach mit dem Verweis auf Tempo 20 und dem Satz ‚100 Prozent Sicherheit gibt es nicht‘ beantwortet, macht es sich zu einfach. Gerade bei einem neu gestalteten Platz wäre es selbstverständlich gewesen, mögliche Risiken von Anfang an mitzudenken und dort, wo es sinnvoll ist, zusätzliche Schutzmaßnahmen vorzusehen. Bleibt zu hoffen, dass nie etwas Ernstes passiert, und die Stadt sich dann die Schuldfrage gefallen lassen muss“, so Jirka abschließend.