Grüne entdecken nach 14 Jahren Zuständigkeit für Stadtplanung, Klimaschutz und Grünanlagen plötzlich die Hitze in Innsbruck

Die Innsbrucker Grünen präsentieren derzeit – leicht durchschaubar – ihre Pläne für mehr „kühle Oasen“, Entsiegelungen und zusätzliche Grünflächen in der Stadt. Grundsätzlich sind mehr Schatten, mehr Grün und attraktivere Aufenthaltsräume selbstverständlich zu begrüßen, und deswegen haben wir schon 2024 dazu konkrete Anträge im Gemeinderat gestellt. Erstaunlich ist allerdings, wer diese Forderungen jetzt erhebt.

„Die Grünen sind seit dem Jahr 2012 für die Bereiche Stadtentwicklung, Grün und Klimaschutz verantwortlich. Nach mittlerweile 14 Jahren in den zuständigen Ressorts plötzlich so aufzutreten, als hätte man die Probleme gerade erst entdeckt, ist schon bemerkenswert und an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten“, so Klubobfrau GRin Dr.in Birgit Winkel.

Themen schon lange auf dem Tisch

Die zunehmende Überhitzung der Stadt ist schließlich kein neues Phänomen. Bereits vor Jahren haben Für Innsbruck und später Das Neue Innsbruck auf die Notwendigkeit von mehr Begrünung, zusätzlichen Erholungsräumen und sogenannten Kühlen Meilen hingewiesen und Initiativen eingebracht. Passiert ist nichts, und 2024 wurde unser Antrag für mehr Bodengrün am Bozner Platz von den Grünen im Juli Gemeinderat vehement abgelehnt.

„Wer heute groß über Entsiegelung spricht, muss sich fragen lassen, warum nach acht Jahren grünem Bürgermeister und grüner Ressortzuständigkeit diese Maßnahmen nicht schon umgesetzt sind. Stadträtin Bex erweckt den Eindruck, dass sie wohl ihre Ressortführung ruhend gestellt hätte. Zur Erinnerung: Die Grünen waren in all den Jahren nicht Opposition“, so KO-Stv.in GRin Mag. Christine Oppitz-Plörer.

Die Geschichte holt die Grünen ein

„Wenn Stadträtin Bex jetzt zudem über die Medien der SPÖ Vizebürgermeister Mayr ausrichtet, dass die Bildungseinrichtungen aus Klimagründen zu öffnen sind, sagt das über den internen Kommunikationsstil der Stadtregierung viel aus und lässt tief blicken. Jedenfalls jetzt plötzlich so zu tun, als ob man mit der bisherigen Entwicklung nichts zu tun hätte, ist in höchstem Maße politisch unredlich“, so Winkel.

Glaubwürdigkeit steht auf dem Prüfstand

„Während heute von Entsiegelung und Begrünung gesprochen wird, erinnern sich viele Innsbruckerinnen und Innsbrucker an Projekte wie den Bozner Platz, bei denen zusätzliche Grünflächen offenbar keine besondere Priorität hatten. Unser Antrag auf mehr Bodengrün wurde dort sogar ausdrücklich abgelehnt.

Jetzt präsentiert man Lösungen für Probleme, die man über Jahre hinweg selbst mitverantwortet hat. Das wirkt wenig glaubwürdig. Die Menschen erwarten sich Ergebnisse und keine weiteren leeren Ankündigungen“, stellt Winkel fest.

Verantwortung statt leerer Versprechen

Für Das Neue Innsbruck ist klar, dass Innsbruck mehr Grünflächen, mehr Schatten und mehr Aufenthaltsqualität braucht. Die Menschen haben Anspruch auf konkrete Ergebnisse statt immer neuer Ankündigungen und leerer Versprechungen oder stundenweiser Kühlzonen. Es braucht konkrete Projekte, verbindliche Zeitpläne und eine ehrliche Bilanz der vergangenen Jahre.

„Innsbruck braucht von den Ressortverantwortlichen keine neuen Schlagzeilen, kein Marketing und keine leeren Ankündigungen. Die Innsbruckerinnen und Innsbrucker erwarten sich Ergebnisse und eine ehrliche Erklärung, was in der verbleibenden Regierungsperiode konkret umgesetzt werden soll“, schließen Winkel und Oppitz-Plörer unisono.

Andere Städte wie beispielsweise Wien  (Fotos anbei) sind gerade bei der Innenstadt-Begrünung ein paar Schritte voraus. Es ist schon verwunderlich, dass die Grünen von diversen Exkursionen in die Bundeshauptstadt nicht mehr mitgenommen haben…