Das Management Center Innsbruck feierte in diesen Tagen sein 30-jähriges Bestehen. Mit mehr als 18.000 Absolventinnen und Absolventen, tausenden Studierenden und einer hohen internationalen Anerkennung ist das MCI längst zu einem zentralen Bildungs- und Wirtschaftsstandort für Tirol geworden. Umso bedauerlicher ist es, dass das Jubiläum erneut von der ungelösten Standortfrage überschattet wird. Eine Frage, für deren Beantwortung bisher bereits 13 Millionen Euro versenkt wurden – ohne dass auch nur ein einziger Ziegel bewegt wurde.
Nachdem die Landesregierung den geplanten Neubau am Fennerareal gestoppt hat, soll nun die Sanierung und Erweiterung bestehender Standorte die langfristige Lösung bringen. Doch auch mehr als eineinhalb Jahre nach dem zweiten Aus für den Neubau bleiben viele wesentliche Fragen unbeantwortet.
„30 Jahre nach der Gründung des MCI wird immer noch über Provisorien, Übergangslösungen und neue Konzepte diskutiert. Was fehlt, sind Verlässlichkeit und Transparenz. Wer einen Neubau stoppt und stattdessen einen neuen Weg – mit einer Verschiebung von 50 Millionen Euro Steuergeld in eine private Immobilie – einschlägt, muss erklären können, wohin dieser Weg führt, wie lange er dauert und was er am Ende kostet“, erklärt Stadtrat Mag. Markus Stoll.
Mangelnde Transparenz im gesamten Verfahren
Bereits in den vergangenen Monaten hatte Das Neue Innsbruck wiederholt darauf hingewiesen, dass die Debatte rund um das MCI zunehmend von politischen Manövern und mangelnder Transparenz geprägt ist. Der Neubau wurde verworfen, die versprochene Alternative ist jedoch weiterhin von zahlreichen offenen Fragen begleitet. Weder liegen der Öffentlichkeit detaillierte Kostenaufstellungen vor, noch ist klar ersichtlich, wann die geplanten Sanierungen und Erweiterungen tatsächlich umgesetzt werden sollen. Auch die Politik in Stadt und Land tappt mangels Unterlagen größtenteils im Dunkeln.
„Das MCI darf nicht länger Spielball politischer Entscheidungen sein. Studierende, Lehrende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Tiroler Wirtschaft haben sich eine nachhaltige und nachvollziehbare Lösung verdient. Transparenz darf nicht erst eingefordert werden müssen, sie sollte bei einem Projekt dieser Größenordnung selbstverständlich sein. Nach 30 Jahren erfolgreicher Arbeit hätte sich das MCI vor allem eines verdient: Planungssicherheit, Wertschätzung und endlich eine klare Perspektive – sowohl vom Land als auch von der Stadt“, schließt Stoll.
ORF BEITRAG zu MCI (08.06.2026)

hier zum Beitrag: https://on.orf.at/video/14326404/16100590/mci-standortfrage-ueberschattet-jubilaeum