In der Stadtregierung – insbesondere bei Rot und Grün – spricht man gerne über Gleichstellung und Diversität. Umso erstaunlicher ist der Blick auf die heute von JA/SPÖ/GRÜN beschlossenen Aufsichtsratsnominierungen. Beim größten städtischen Unternehmen, der IKB, wurde seitens der Stadt erneut keine einzige Frau entsandt. Für Klubobfrau GRin Dr.in Birgit Winkel ist das ein bemerkenswertes Signal – gerade im Lichte früherer vehementer Forderungen von Grün und Rot. Der IKB-Betriebsrat entsendet die Geschlechter betreffend übrigens paritätisch.
„In einer Stadt wie Innsbruck sollte es wohl kein Problem sein, qualifizierte Frauen für diese wichtige Aufgabe zu finden. Man muss es halt auch wollen“, so Das Neue Innsbruck Klubobfrau GRin Dr.in Birgit Winkel.
Viel Gerede, wenig Handlung
„Gerade aus jenen politischen Reihen, die über Jahre hinweg öffentlich mehr Frauen in Führungs- und Kontrollfunktionen eingefordert haben, hätte man sich hier deutlich mehr Konsequenz und Einsatz erwartet. Insbesondere SPÖ und Grüne – die bei jeder sich sonst bietenden Gelegenheit den Bürgermeister als Ausrede für unliebsame Entscheidungen bemühen – müssten hier wohl stärker auftreten. Dass ausgerechnet beim größten städtischen Unternehmen nun ausschließlich Männer nominiert wurden, passt nicht zu den eigenen moralisierenden Aussagen und den vielen öffentlichen Debatten der vergangenen Jahre“, hält Winkel fest.
Frauen haben in den Caprese-Aufsichtsräten offenbar weiterhin keinen Platz
„Wer Gleichstellung einfordert, muss sie bei konkreten Nominierungen auch umsetzen. Anspruch und Realität passen hier derzeit nicht zusammen. Unterschiedliche Perspektiven erhöhen die Qualität von Entscheidungen und öffentliche Unternehmen haben hier eine klare Vorbildfunktion. Für Frauen heißt es in der Caprese-Koalition offenbar weiterhin: Bitte warten“, so Winkel abschließend.