Die Stadtregierung verkauft den Rechnungsabschluss 2025 als Erfolg – bei genauerem Hinsehen zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Ein operativer „Überschuss“ steht einem deutlich gestiegenen Schuldenstand gegenüber. Zudem wurde dieser Überschuss zu einem wesentlichen Teil durch Einmaleffekte erzielt, etwa durch Vermögensverkäufe sowie nicht umgesetzte Investitionen in Höhe von 12,7 Millionen Euro. Die Gesamtschulden der Stadt lagen 2025 bereits bei 212 Millionen Euro, nach 172 Millionen Euro Ende 2024 – ein Anstieg um rund 23 Prozent. Auch die Pro-Kopf-Verschuldung ist deutlich gestiegen: von 1.307 auf 1.606 Euro. Zudem ergibt sich nach den Maastricht-Kriterien für 2025 ein negatives Ergebnis von 31,2 Millionen Euro – die Stadt weist damit ein deutliches Defizit aus, stellt Stadtrat Mag. Markus Stoll fest. Er kritisiert weiters vor allem die Art und Weise, wie die Zahlen kommuniziert werden: Der Fokus auf einen vermeintlichen „Überschuss“ lenkt von den eigentlichen Problemen ab. Die finanzielle Gesamtentwicklung der Stadt wird damit geschönt, während die langfristigen Belastungen weiter steigen.
„Ein operativer Gewinn mag nett klingen. Wenn gleichzeitig der Schuldenstand massiv steigt, wäre wohl keine Jubelmeldung, sondern eher eine Kurskorrektur dringend angezeigt. Was soll auch ein rechnerischer Überschuss wert sein, wenn die Schulden massiv steigen und der Stadt langfristig die Luft zum Atmen nehmen?“, so Stadtrat Mag. Markus Stoll.
Personalpolitik als Kostentreiber
Ein wesentlicher Treiber der steigenden Ausgaben liegt für Stoll in der Personalentwicklung der Stadt. Seit dem Budget 2025 trägt das Stadtbudget klar die Unterschrift von Bürgermeister Anzengruber. Die Personalkosten erreichen bald die Schallmauer von 200 Millionen Euro. Der Magistrat ist nach dem explosionsartigen Wachstum unter Willi weiterhin stark gewachsen. Gleichzeitig wurden mit der großen „Einsparungsoffensive“ vier (!!) Posten im Straßenbetrieb und in der IT gestrichen – ausgerechnet dort, wo Personal fehlt. Parallel entstehen neue Stellen, etwa für Social Media im Bürgermeisterbüro, und auch das Wohnungsamt hat seinen Personalstand verdoppelt, obwohl eine neue Software eigentlich entlasten sollte. Die Personalkosten steigen damit jährlich in zweistelliger Millionenhöhe. Die explodierenden Ausgaben für Beraterhonorare sind ein weiterer Hinweis auf den sorglosen Umgang mit Steuergeld.
„Es ist für mich unverständlich, wie der Personalstand seit den verlorenen Jahren unter Willi weiterhin so ansteigen konnte. Die angekündigten Kürzungen haben de facto nicht stattgefunden, sondern wurden als Verschiebungen in andere Gesellschaften getarnt. Und wir dürfen eines nicht vergessen: Die Bevölkerungszahlen stagnieren, die Digitalisierung steigt überall. Nur Innsbruck baut den Verwaltungsapparat – insbesondere auch im Umfeld des Bürgermeisters – weiter aus. Etliche Berater werden zusätzlich für teures Geld engagiert. Diese Stadtregierung hat kein Einnahmenproblem, sondern ein massives Ausgabenproblem“, so Stoll abschließend.