Die aktuellen Zahlen der Arbeiterkammer sind kein überraschender Ausreißer, sondern Ausdruck eines strukturellen Problems, das in Innsbruck seit Jahren bekannt ist – und politisch dennoch nicht konsequent angegangen wird. Wenn selbst WG-Zimmer längst jenseits der 500-Euro-Grenze liegen und in Einzelfällen vierstellige Beträge erreichen, dann ist klar: Der Markt hat sich von selbst nicht mehr im Griff. Umso unverständlicher ist es, dass konkrete Lösungen nicht vorangetrieben, sondern aktiv ausgebremst werden. In der Maximilianstraße liegt ein Projekt für studentisches Wohnen – im Eigentum des Stifts Admont – seit Jahren fix und fertig in der Schublade. Es gab bereits positive politische Beschlüsse, doch die aktuelle Stadtregierung hat dieses Vorhaben de facto von heute auf morgen blockiert, anstatt es rasch umzusetzen und damit wieder mehr Entlastung zu schaffen.
„Studentisches Wohnen muss günstig und modern angeboten werden, damit der private Mietwohnmarkt entlastet wird. Derartige Projekte muss man also fördern und nicht verhindern. Die Stadtregierung blockiert ein Projekt mit ca. 60 Zimmern in der Maximilianstraße, das seit Jahren fix und fertig da liegt und schon positive Beschlüsse hatte – bis die neue Stadtregierung Sand ins Getriebe streute. Ich hoffe, dass diese Ablehnung nicht aus einer ablehnenden geistigen Wertehaltung gegenüber dem Stift Admont resultiert“, so Bauausschussmitglied Gemeinderat MMst. Franz Jirka.
Anfrage im Gemeinderat
Gleichzeitig bleibt auch an anderen zentralen Standorten vieles offen. Erst im gestrigen Gemeinderat wurde daher eine Anfrage eingebracht, wie es am Areal der Landespolizeidirektion am Innrain künftig in Sachen Studenten-Campus weitergehen soll. Gerade dort würde sich eine große, zusammenhängende Lösung anbieten – doch konkrete Perspektiven fehlen bislang.
„Ich bin sehr froh, dass AK-Präsident Erwin Zangerl immer wieder aufzeigt, wo die wirklichen Herausforderungen einer Gesellschaft und insbesondere in unserer Stadt liegen. Alles wird sich nicht einfach lösen lassen, jedoch könnten deutlich mehr Schritte gesetzt werden. Die Diskussion zeigt einmal mehr: Es mangelt nicht an Erkenntnissen oder Konzepten – sondern am politischen Willen, vorhandene Projekte auch tatsächlich umzusetzen. Die Stadtregierung sollte also nichtdauernde vom „Doing“ reden, sondern ins „Doing“ kommen“, schließt Jirka.