Die heutige Darstellung der Stadtregierung zur „Jungen Talstation“ ist bemerkenswert – allerdings weniger wegen ihres Inhalts als wegen ihrer Verdrehung der tatsächlichen Abläufe. Was heute als angeblich jahrelang vorbereitete Erfolgsgeschichte verkauft wird, ist in Wahrheit das Ergebnis massiven politischen und öffentlichen Drucks. Noch vor kurzer Zeit stand die Junge Talstation vor dem Aus. Es wurden fragwürdige Alternativen präsentiert, der laufende Betrieb faktisch infrage gestellt und wertvolle Jugendkulturarbeit aufs Spiel gesetzt. Erst ein Sondergemeinderat – den die Stadtregierung nicht verhindern konnte – brachte die notwendige Wende.
„Was hier als vorausschauende Planung dargestellt wird, ist schlicht die nachträgliche Umdeutung einer politischen Niederlage. Ohne den geschlossenen Druck der Opposition und der Kulturorganisationen gäbe es dieses Projekt in dieser Form heute nicht“, stellen Stadtrat Mag. Markus Stoll und Das Neue Innsbruck Kultursprecherin Klubobfrau GRin Dr.in Birgit Winkel gemeinsam klar.
Geschichtsdeutung befremdlich
„Besonders irritierend sei dabei der Versuch, die Geschichte bis ins Jahr 2007 zurückzuschreiben. Die Talstation war bis vor wenigen Jahren noch ein belebter, inspirierender und unverzichtbarer Ort, der weit über die Stadtgrenzen hinaus gewirkt hat. Erst das lange Zuwarten und die fehlenden Entscheidungen der Verantwortlichen – insbesondere des damaligen Bürgermeisters Georg Willi und der Kulturreferentin Uschi Schwarzl – haben die schwierige Situation überhaupt erst entstehen lassen. Nun versuche man, die aktuelle Entwicklung einer „Lösung“, die nur auf Druck entstand als eigene Leistung der Caprese darzustellen“, so Winkel.
„Georg Willi ist der wohl Hauptverantwortliche in der Misere rund um die Junge Talstsation und hat entweder ein Sprechverbot oder ist auf Tauchstation. Es hat den Anschein, dass ihm intern das Amt faktisch bereits entzogen wurde. Offenbar braucht es auch keine Opposition, die ihn in den Ruhestand schickt. Das macht wohl sein grüner Klub bald selbst.“, ergänzt Stoll.
Stadtregierung regiert offenbar nur auf Druck
„Es ist schon bezeichnend, dass die besten ‚Ideen‘ in dieser Stadtregierung offenbar immer dann entstehen, wenn der Druck von außen zu groß wird und interne Konflikte nicht mehr unter der Decke gehalten werden können. Dann wird plötzlich umgesetzt, was man zuvor selbst blockiert hat.“, so Stadtrat Mag. Markus Stoll.
Lösung nicht durch sondern trotz dieser Stadtregierung
„Wir begrüßen sehr, dass die Stadtregierung ins „Doing“ gekommen ist und der Verein endlich Planungssicherheit erhält. Es zeigt aber gleichzeitig, dass die ursprüngliche Vorgehensweise der zuständigen politischen Verantwortungsträger nicht tragfähig war. Am Ende bleibt festzuhalten: Die Junge Talstation bleibt – und das ist gut so. Aber nicht wegen der Stadtregierung, sondern trotz ihr“, schließen Stoll und Winkel unisono.