Land verkündet angebliche Lösung für MCI – viele Fragen offen, Wirtschaftlichkeit wird angezweifelt.

Mit großer Freude präsentiert die Tiroler Landesregierung ihr neues Konzept für das MCI: Sanierung und Verteilung auf mehrere Standorte statt eines modernen zentralen Neubaus. Was als „kostengünstige Lösung“ verkauft wird, wirft bei genauer Betrachtung jedoch erhebliche Fragen auf – insbesondere hinsichtlich der langfristigen Wirtschaftlichkeit und Transparenz.

„Die Rechnung, dass Miete günstiger sein soll als Eigentum – vor allem für die öffentliche Hand – ist schlicht nicht haltbar. Bereits jetzt bestehen erhebliche jährliche (!) Mietkosten des Landes für  das alte Gebäude der Post in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Die geplanten Investitionen von mindestens 50 Millionen Steuergeld sanieren das private Eigentum – für die technische Einrichtung und Labore fallen wohl nochmals viele Steuermillionen an. Hochgerechnet mit der Miete werden wohl  locker über 132 Millionen Euro an Landesgeldern in den privaten Bereich übertragen. Diese Vorgehensweise schadet den Bürgern“, sieht Stadtrat Mag. Markus Stoll die aktuellen Vorgänge höchst kritisch.

Kosten bleiben unklar

„Gerade im Bildungsbereich sollte es oberstes Ziel sein, Infrastruktur im Eigentum der öffentlichen Hand zu halten. Stattdessen bindet man sich langfristig an Mietmodelle und gibt damit Gestaltungsspielraum und Vermögensaufbau aus der Hand“, so Stoll weiter.

Transparenz bleibt weiterhin aus

Zusätzliche Irritationen verursacht die weiterhin fehlende Transparenz rund um den sogenannten Generalvertrag. Bis heute bleibt dieser unter Verschluss.

„Wenn ein Projekt dieser Größenordnung umgesetzt wird, muss klar sein, welche Vereinbarungen getroffen wurden. Dass zentrale Vertragsinhalte nicht offengelegt werden, hinterlässt einen schalen Beigeschmack.“, so Stoll.

Wollen einen MCI Neubau der dieser Einrichtung auch gerecht wird

Der aus unsachlichen Gründen gestoppte Neubau wird zwar als zu teuer dargestellt, eine ehrliche Analyse der politischen Verantwortung für die jahrelangen Verzögerungen und die bereits angefallenen Kosten bleibt jedoch aus. Für Das Neue Innsbruck ist daher klar: Die Diskussion rund um das MCI ist keineswegs abgeschlossen. Eine Lösung, die kurzfristig budgetschonend wirkt, langfristig jedoch hohe laufende Kosten verursacht und gleichzeitig Transparenz vermissen lässt, kann nicht als nachhaltige Strategie für den Hochschulstandort Innsbruck gelten.

„Es geht hier nicht um kurzfristige Einsparungen, sondern um eine langfristig tragfähige Lösung für einen der wichtigsten Bildungsstandorte Tirols. Genau diesen Nachweis bleibt die Landesregierung bislang leider schuldig. Wir bitten Herrn Landeshauptmann Mattle, sich ein Herz für das MCI zu nehmen. An einem Standort, in einer Bauweise die der Qualität der Einrichtung gerecht wird und die öffentliche Hand nicht von privaten Vermietern abhängig macht“, so Stoll abschließend.