Die Entwicklung rund um den Kubus am Rennweg zeigt immer deutlicher, wohin die Reise unter der Stadtregierung von Bürgermeister Johannes Anzengruber sowie den Vizebürgermeistern Georg Willi und Elisabeth Mayr gehen soll: Entscheidend scheint nicht zu sein, welche Nutzung für Kultur, Stadtbild und öffentlichen Raum langfristig sinnvoll wäre, sondern vor allem, welches Modell finanziell am attraktivsten für die offenbar sehr leere Stadtkasse erscheint.
Bereits in den vergangenen Wochen war von einer extrem kurzen Ausschreibungsfrist, unzureichender Kundmachung und einem insgesamt wenig vertrauensbildenden Verfahren die Rede. Das Neue Innsbruck hatte deshalb mehrfach ein sauberes, offenes und transparentes Vorgehen eingefordert. Nun verdichtet sich der Eindruck, dass beim Kubus von Anfang an weniger ein echter Ideenwettbewerb als vielmehr eine wirtschaftliche Vorentscheidung vorbereitet wurde.
„Wenn für die künftige Nutzung Rahmenbedingungen geschaffen werden, die für freie Kulturinitiativen faktisch kaum darstellbar sind, dann ist das keine ergebnisoffene Entwicklung mehr, sondern eine politische Richtungsentscheidung. Und diese Entscheidung trägt nicht nur der Bürgermeister allein, sondern die gesamte Stadtregierung aus JA, Grünen und SPÖ mit.“, stellt Klubobfrau Dr.in Birgit Winkel fest.
Keine Denkverbote
„Nur weil es Georg Willi sechs Jahre verabsäumt hat, irgendetwas voranzubringen, muss man das Gebäude nicht gleich abreißen. Aber es ist eine Variante, die man in Erwägung ziehen kann, wenn kein tragfähiges Konzept gefunden und dennoch bis zu 1 Million Euro investiert werden soll. Dann wird man auch den aktuellen Vorschlag von Rudi Federspiel zumindest diskutieren müssen“, so Winkel
Welchen Stellenwert hat Kultur?
Mit dem Kubus steht mehr zur Diskussion als nur die Nutzung eines einzelnen Gebäudes. Es geht um die grundsätzliche Frage, welchen Stellenwert Kultur und öffentlicher Raum in dieser Stadt künftig haben – und ob wirtschaftliche Überlegungen zum alleinigen Maßstab werden.
„Die Innsbruckerinnen und Innsbrucker haben ein Recht auf Klarheit. Wenn man sich bewusst für ein primär kommerzielles Modell entscheidet, dann soll das auch offen gesagt werden. Politische Verantwortung bedeutet, Entscheidungen nicht hinter Verfahren oder Schweigen zu verstecken“, betont Winkel abschließend.
