Die Stadt Innsbruck steht kurz vor der glanzvollen Eröffnung eines neuen Prestigeprojekts „Piazza Bolzano“ – ein Anlass, der auch dazu genutzt werden sollte, altbekannte, aber ungelöste Probleme wieder ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Eines davon: die Verkehrsführung rund um den Boznerplatz. Ein leidiges Thema, das Unternehmerinnen und Unternehmer seit Jahren beschäftigt – und das gerade in den vergangenen Monaten massiv belastet hat.
Besonders kritisch ist die Situation für Handwerksbetriebe und Servicetechniker, die tagtäglich mit den Herausforderungen der Innenstadt konfrontiert sind. Stau, Umleitungen, gesperrte Straßen – und dann auch noch keine geeigneten Parkmöglichkeiten. Wer nicht regelmäßig in der Stadt unterwegs ist, muss sich bei jedem Besuch neu orientieren. Das kostet Zeit, Geld und Nerven – und am Ende zahlt der Kunde, ob Mieter oder Hausbesitzer.
Ein konkretes Beispiel: Ein Notfall in der Herzog-Friedrich-Straße – etwa ein Wasseraustritt oder eine defekte Heizung. Wo parkt man da mit einem VW Transporter samt Dachständer? Tiefgaragen sind keine Option, wie viele Handwerker bestätigen. Die Fahrzeuge sind schlicht zu hoch. Aussagen wie „Dann fährst du halt in die Tiefgarage“ zeigen, wie weit manche Entscheidungsträger vom praktischen Alltag entfernt sind.
Viele Betriebe überlegen mittlerweile, ob sie überhaupt noch Angebote für die Innenstadt abgeben. Die logistischen Hürden sind zu groß. Ein Vorschlag, der seit Jahren im Raum steht: ein eigener Parkplatz für Firmenfahrzeuge – etwa westlich der Markthalle. Doch statt lösungsorientierter Gespräche gab es bisher nur Ablehnung.
Die Wirtschaft wird die Stadt weiterhin versorgen – daran besteht kein Zweifel. Doch die Kosten für die strukturellen Versäumnisse trägt letztlich der Kunde. Und auch die Zukunft wirft Fragen auf: Dürfen Verbrennerfahrzeuge in zwei Jahren überhaupt noch in die Innenstadt? Diese Unsicherheit bremst Investitionen und Entscheidungen – etwa bei der Fahrzeugflotte.
Fazit: Wer eine unternehmerfreundliche Stadt will, muss auch die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Verkehrsführung, Parkmöglichkeiten und klare Perspektiven für die Mobilität der Zukunft sind zentrale Themen, die nicht länger ignoriert werden dürfen.